MI 2012
Medieninformation 160/2012 vom 31.07.2012
Jeder dritte Karpfen kommt aus Sachsen -
Ergebnisse der erstmals durchgeführten Aquakulturstatistik
Für das Jahr 2011 wurde in Deutschland gemäß EU-Verordnung erstmals eine Aquakulturstatistik durchgeführt. Danach erzeugten 370 sächsische Aquakulturbetriebe 2 330 Tonnen Speisefisch. Das ist nach Bayern und Baden-Württemberg die dritthöchste Erzeugungsmenge.
Unter Aquakultur versteht man die Produktion von Gewässerlebewesen wie Fische, Krebse, Weichtiere und Algen unter kontrollierten Haltungs- und Aufzuchtbedingungen. Im Gegensatz zur Fischerei sind diese Wasserorganismen während der gesamten Aufzucht bis zum Verkauf im Besitz der Betreiber der Aquakulturanlagen.
Traditionell überwiegt in Sachsen die Karpfenproduktion. 1 760 Tonnen, das ist ein Drittel der Karpfenproduktion Deutschlands, wurden für den Verkauf erzeugt. Weitere bedeutende Fischarten waren Regenbogenforelle (216 Tonnen) und Schleie (49 Tonnen).
Regional konzentriert sich die Karpfenproduktion in den Landkreisen Bautzen und Görlitz, dort wurden fast zwei Drittel der sächsischen Karpfen erzeugt. Regenbogenforellen wurden vor allem in den Landkreisen Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und dem Erzgebirgskreis produziert. Von dort stammen drei Viertel der Gesamterzeugung dieser Fischart.
Der überwiegende Teil der in den Verkauf gegangenen Fische kam aus nur wenigen großen Betrieben. Auf 15 Prozent der Aquakulturbetriebe, deren jährliche Fischproduktion jeweils mindestens fünf Tonnen betrug, entfielen 95 Prozent (2 220 Tonnen) aller zum Verzehr verkauften Fische. Im Durchschnitt wurden von jedem dieser Betriebe 41 Tonnen Speisefisch produziert.
Neben Speisefischen wurden in Sachsen an verzehrfähigen Aquakulturen nur noch Krebse in sehr geringer Menge erzeugt.
