Mi 2010
Medieninformation 198/2010 vom 7.09.2010
Unternehmensinsolvenzen rückläufig - Privatinsolvenzen wachsen
Die Anzahl der Insolvenzverfahren stieg im ersten Halbjahr 2010 in Sachsen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent. Dabei erhöhte sich aber nur die Zahl der Insolvenzen für private Personen und Nachlässe um gut 7 Prozent. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sank dagegen um 12,5 Prozent. Von den insgesamt 4 262 Insolvenzverfahren betrafen 842 Verfahren Unternehmen und 3 420 Verfahren private Personen und Nachlässe.
Fast 88 Prozent der Insolvenzverfahren (3 739 Verfahren) wurden eröffnet, bei den privaten Personen und Nachlässen waren es sogar reichlich 90 Prozent.
Knapp 57 Prozent der von Insolvenz betroffenen Unternehmen waren Einzelunternehmen, weitere 33 Prozent Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Bei beiden Rechtsformen war ein Rückgang um jeweils rund 14 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 zu verzeichnen.
Jedes fünfte insolvente Unternehmen war dem Baugewerbe zuzuordnen, knapp 16 Prozent dem Wirtschaftsbereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen.
Gut 57 Prozent der insolventen Unternehmen (482) waren weniger als acht Jahre wirtschaftlich tätig, darunter 230 Unternehmen nur bis drei Jahre.
Die von den Gläubigern angemeldeten Forderungen betrugen in Sachsen im ersten Halbjahr 2010 knapp 812 Millionen €, die durchschnittlichen Forderungen je Verfahren reichlich 190 Tausend €. Während die Zahl der Insolvenzverfahren insgesamt um 2,7 Prozent anstieg, nahmen die angemeldeten Forderungen sogar um gut 23 Prozent zu. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging zwar um 12,5 Prozent zurück, die Forderungen stiegen aber um 30 Prozent an.
