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Statistisch betrachtet: Verdienste 2021 auf Kreisebene in Sachsen und Deutschland

Letzte Aktualisierung: 20. November 2023

Einleitung

Die Analyse der regionalen Verdienstunterschiede in Sachsen und darüber hinaus in Deutschland basiert auf den Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Länder. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer (AN) werden als Bestandteil der Arbeitnehmerentgelte bis auf Kreisebene ab dem Jahr 2000 ermittelt.

Daten und Fakten

Weitere Informationen zu den Arbeitnehmerentgelten in Sachsen finden Sie hier:

Ländervergleich und Ost-West-Gefälle

Insgesamt wurden 2021 etwa 1.566 Milliarden Euro Bruttolöhne und -gehälter an die AN mit Arbeitsort in Deutschland ausgezahlt. Dies entsprach einem durchschnittlichen Verdienst von 38.188 Euro und im Vergleich zu 2020 einem Anstieg um 3,3 Prozent oder 1.226 Euro je AN. Während in Hamburg mit einem jährlichen Pro-Kopf-Wert von 45.213 Euro die Verdienstspitze lag, bildete Mecklenburg‑Vorpommern mit 31.897 Euro je AN das Schlusslicht.

Die Verdienste von vier der fünf neuen Bundesländer fanden sich 2021 auf den letzten Plätzen. Somit bestand das Ost-West-Gefälle bei den Verdiensten auch gut drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung weiterhin fort.

Kreisbetrachtung Sachsen – Dresden an der Spitze

In Sachsen betrug 2021 der durchschnittliche Pro-Kopf-Wert 33.466 Euro. Gegenüber 2020 erhöhte er sich in allen Kreisen und stieg im Sachsenmittel um 1.007 Euro bzw. 3,1 Prozent je AN.
Oberhalb des sächsischen Pro-Kopf-Wertes lagen, wie bereits in 2020, nur die Verdienste der AN mit Arbeitsplatz in den Kreisfreien Städten Dresden (37.661 Euro), Leipzig (36.438 Euro) und Chemnitz (34.139 Euro). Die niedrigsten Bruttolöhne und -gehälter bezogen die AN im Erzgebirgskreis (29.392 Euro) und im Landkreis Görlitz (29.792 Euro).

Kreisbetrachtung Deutschland – Gewinner Wolfsburg

Die innerdeutsche Spanne bewegte sich 2021 zwischen 61.200 Euro in der Kreisfreien Stadt Wolfsburg (Niedersachsen) und 27.723 Euro im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland‑Pfalz).
Obwohl die AN in der Kreisfreien Stadt Wolfsburg die Pyramide der Verdienste im landesweiten Vergleich anführten, verzeichneten sie mit ‑2,8 Prozent bzw. ‑1.759 Euro gleichzeitig den deutlich stärksten Rückgang zum Vorjahr. Mit einem Plus von 8,8 Prozent bzw. 2.966 Euro hatte die Kreisfreie Stadt Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) den sowohl prozentual als auch absolut höchsten Zuwachs zu verzeichnen.

Unterschiedliche Verdienstspannen in Ost und West

Der Vergleich aller Verdienste in den Kreisen der Flächenländer zeigte, dass deren Spannweite in den neuen Bundesländern oftmals deutlich geringer war als jene in den alten Bundesländern.

Die Kreisfreie Stadt Jena (Thüringen) lag mit einem Pro-Kopf-Verdienst von 38.212 Euro als einziger Kreis der ostdeutschen Flächenländer über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Seit Beginn der Auswertungen zu den Verdiensten auf regionaler Ebene im Jahr 2000 gelang dies erstmals einem der ostdeutschen Kreise.

Sachsen im Ranking

Die Verdienste der sächsischen AN (33.466 Euro) lagen 4.722 Euro oder 12,4 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Damit reihte sich der Freistaat im Ranking gerade mal auf dem elften Platz ein, ließ aber alle anderen ostdeutschen Flächenländer sowie Schleswig-Holstein (33.372 Euro) hinter sich.

Sowohl der Erzgebirgskreis (29.392 Euro) als auch der Landkreis Görlitz (29.792 Euro) fanden sich unter den 25 Kreisen mit dem deutschlandweit geringsten Verdienstniveau wieder. Die Landeshauptstadt Dresden (37.661 Euro) hingegen lag auf Platz 97 der 400 Kreise und damit im oberen Viertel des Deutschlandvergleichs. Darüber hinaus belegte Dresden Platz drei unter allen ostdeutschen Kreisen der Flächenländer.

Zahlen und Fakten zum Ranking der Kreisfreien Städte und Landkreise in Sachsen als Excel-Arbeitsmappe

Östliche Kreise in der Verdienstentwicklung führend

Im Fünf‑Jahres‑Vergleich zeigt sich, dass die Verdienste aller deutschen Kreise um mehr als 3,5 Prozent gestiegen sind. Hierbei verzeichneten die Kreise im Norden und Osten höhere Anstiege als jene im Süden und Westen Deutschlands. Im Bundesdurchschnitt stiegen die Verdienste in den letzten fünf Jahren um 12,5 Prozent, in Sachsen sogar um 15,3 Prozent.

Spitzenreiter mit einem Plus von 21,5 Prozent seit 2016 war Berlin. Dagegen bildete die Kreisfreie Stadt Salzgitter (Niedersachsen) mit einem Zugewinn von 3,5 Prozent das Schlusslicht.

Erholung von der Corona-Krise?

Insgesamt 200 Kreise und sieben Bundesländer verzeichneten 2020 im Vergleich zu 2019 Verdienstrückgänge von bis zu -6,7 Prozent.

Im Jahr 2021 erfolgte zumindest auf Bundesebene eine Erholung von der Corona-Krise. Dagegen hatten 19 der 400 deutschen Kreise ihr Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht. Führend mit einem Rückgang um ‑5,2 Prozent bzw. ‑3.357 Euro waren auch hier die AN der Kreisfreien Stadt Wolfsburg.

Das stärkste Verdienstwachstum verzeichneten absolut die AN in Berlin mit plus 3.021 Euro (7,9 Prozent) bzw. prozentual die AN im Rhein-Lahn-Kreis (Rheinland-Pfalz) mit plus 8,8 Prozent (2.764 Euro).

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