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Durchführung

Zensus 2011 in Sachsen

Die EU-Verordnung 763/2008 vom 9. Juli 2008 verpflichtete die Mitgliedstaaten der Europäischen Union dazu, Daten anhand eines festgelegten Katalogs von Merkmalen für die Volkszählung 2011 zu erheben. Deutschland beteiligte sich in Form eines registergestützten Zensus zum Stichtag 9. Mai 2011. Die letzten Volkszählungen fanden in den alten Bundesländern im Jahr 1987 und in der ehemaligen DDR 1981 statt.

Der Zensus 2011 umfasste eine Gebäude- und Wohnungszählung, eine Haushaltebefragung sowie die Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften. Für alle Teile der Erhebung bestand eine Auskunftspflicht.

Gebäude- und Wohnungszählung

Zum Stichtag wurden alle Gebäude mit Wohnraum vollständig und aktuell erfasst. Da in Deutschland keine flächendeckenden Register mit Bestandsdaten zu Gebäuden und Wohnungen existierten, musste beim registergestützten Zensus eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) durchgeführt werden. Dies war die umfangreichste Erhebung beim Zensus 2011. In Sachsen wurden rund 830 000 Eigentümer postalisch befragt. Der Fragebogen enthielt unter anderem Fragen zu Gebäudeart, Baujahr, Fläche, Raumzahl, Ausstattung und Nutzungsart der Wohnung.

Haushaltebefragung

Im Rahmen der Haushaltsstichprobe wurden in Sachsen ca. 380 000 Bürgerinnen und Bürger befragt. Die Befragung wurde durch rund 5 000 Erhebungsbeauftragte (Interviewer/innen) durchgeführt. Diese wurden durch die örtlichen Erhebungsstellen ausgewählt und umfangreich geschult. Für die Befragung mussten maximal 46 Fragen beantwortet werden. 

Die Auskunftspflichtigen hatten folgende Möglichkeiten zur Erteilung der Auskunft:

1. Im Interview mit dem Erhebungsbeauftragten (Dauer ca. 20 Minuten). Dieser musste sich durch einen Erhebungsbeauftragtenausweis legitimieren, der nur in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis gegolten hat. Die Befragten waren jedoch nicht verpflichtet dem Erhebungsbeauftragten Eintritt in Ihre Wohnung zu gewähren.

Stattdessen konnten sie

2. den Fragebogen entgegennehmen, selbstständig ausfüllen und an die örtliche Erhebungsstelle senden bzw. dort abgeben oder

3. sie führten die Beantwortung im Internet durch.

Wiederholungsbefragung - Beginn Ende Juli/Anfang August 2011

Nachdem die Haushaltebefragung nahezu abgeschlossen war, erhielt ein Teil der sächsischen Bevölkerung im Rahmen der Wiederholungsbefragung erneut Besuch von einem Interviewer. Da diese Befragung als statistische Kontrolle diente und die Qualitätsbewertung der Zensusergebnisse als Ziel hatte, war das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen für die Durchführung zuständig. Es mussten lediglich 9 der 46 Fragen beantwortet werden, u. a. zu Name, Geburtsdatum und Staatsangehörigkeit. Die einzelnen Befragten mussten keine Konsequenzen bei abweichenden Angaben befürchten, da lediglich die Gesamtbewertung der abweichenden Angaben von Interesse war. Mit Hilfe eines mathematischen Zufallsverfahrens wurden für die Wiederholungsbefragung, aus den ca. 90 000 Anschriften der Haushaltebefragung, rund 4000 Anschriften ausgewählt an denen die Bewohner und Bewohnerinnen erneut befragt wurden.

Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften

In Sachsen wurden rund 920 Einrichtungen wie z. B. Studenten- und Seniorenheime mit ca. 60 000 Bewohnern durch Interviewer befragt. Diese Erhebungsbeauftragten wurden durch die örtlichen Erhebungsstellen ausgewählt und umfangreich geschult. Die meisten Auskunftspflichtigen erhielten einen einfachen Erhebungsbogen mit 11 Fragen, die der Feststellung der amtlichen Einwohnerzahlen dienten. Einzelne Befragte wurden zusätzlich in die umfassendere Haushaltsstichprobe einbezogen. Dieser Fragebogen umfasste bis zu 46 Fragen. 

Qualitätssichernde Befragungen für die Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahl

In den vergangenen zwei Jahren haben die sächsischen Bürger ihre Auskünfte zur Haushaltebefragung und zur Gebäude- und Wohnungszählung für den Zensus 2011 erteilt. Weiterhin haben die sächsischen Meldebehörden die demographischen Daten übermittelt. Diese Daten wurden im Statistischen Landesamt geprüft, um ein qualitätsgerechtes Zensusergebnis zu erhalten. An einigen Anschriften sind dabei Unstimmigkeiten aufgetreten. Ein Großteil dieser Unstimmigkeiten wurde im Statistischen Landesamt bearbeitet. Der verbleibende Rest musste in Zusammenarbeit mit dem Bürger geklärt werden.

  • Befragung zur Klärung von Unstimmigkeiten (BKU)
Diese Befragung war für die exakte Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahlen von sehr großer Bedeutung und fand nur in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern an Anschriften mit nur einer bewohnten Wohnung (in der Regel Einfamilienhäuser) statt. Beim Überprüfen der Melderegisterdaten mit den Angaben aus der Gebäude- und Wohnungszählung sind Unstimmigkeiten aufgetreten. Um die amtliche Einwohnerzahl richtig zu ermitteln, mussten solche Unstimmigkeiten mittels eines Interviews geklärt werden. Hierzu wurden nur wenige Angaben benötigt: Neben Name und Anschrift, wurde nach Geschlecht, Alter, Familienstand, Wohnungsstatus, Anzahl der Personen in der Wohnung sowie die Staatsangehörigkeit gefragt. Der Fragebogen konnte in Zusammenarbeit mit dem Interviewer, eigenständig oder online ausgefüllt werden.
  • GWZ- Ersatzvornahmen (EVN)

In den vergangenen zwei Jahren wurde die Gebäude- und Wohnungszählung postalisch durch das Statistische Landesamt durchgeführt. In Einzelfällen konnten jedoch auf diesem Weg keine Angaben erhoben werden, z. B. weil der Auskunftspflichtige nicht abschließend ermittelt werden konnte oder im Ausland lebt. Da für ein qualitätsgerechtes Zensusergebnis allerdings alle Angaben benötigt werden, wurde für diese Gebäude eine Ersatzvornahme in Form einer "Inaugenscheinnahme" durchgeführt. Durch die Begehung vor Ort wurde dann z. B. in Erfahrung gebracht, um welchen Gebäudetyp es sich handelt oder wie viele Wohnungen sich im Gebäude befinden. Durchgeführt wurden diese Begehungen von den örtlichen Erhebungsstellen.

Datenschutz

Alle abgefragten Daten unterliegen, ebenso wie die Daten aus den Registern, dem Statistikgeheimnis und strengen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Sie verbieten es, persönliche Daten, die für den Zensus 2011 erhoben werden, an Dritte zu geben, egal ob es sich um staatliche oder nicht-staatliche Stellen handelt. Jeder kann sicher sein, dass keine persönlichen Daten an andere Ämter weitergeleitet werden, weder an die Finanz- oder Sozialämter, noch an die Polizei oder an die Meldestellen.

Landesrechtliche Regelungen des Freistaates Sachsen:

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