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Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) haben die Aufgabe, ein möglichst vollständiges quantitatives Gesamtbild des wirtschaftlichen Geschehens in einer Volkswirtschaft in einem abgeschlossenen Berichtszeitraum darzustellen. Die Berechnungen erstrecken sich auf die Entstehung, Verteilung bzw. Umverteilung und Verwendung des Bruttoinlandsprodukts und damit auf den gesamten volkswirtschaftlichen Kreislauf. Alle Ergebnisse werden in mehrstufigen Berechnungsverfahren nach den Vorgaben einheitlicher Rechenmodelle des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« (AK VGRdL) ermittelt und laufend aktualisiert. Diesem Arbeitskreis gehören Vertreter aller Statistischen Landesämter, des Statistischen Bundesamtes, des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften und des Deutschen Städtetages an.

Deckblatt des Faltblattes »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«

Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«

Hier finden Sie das aktuelle Faltblatt des Arbeitskreises zu folgendem Thema:

Alle fünf bis zehn Jahre führt der AK VGRdL eine Revision seiner Berechnungen durch. Die Revision 2014 stand im Zeichen der Einführung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010). Es wurden alle Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen revidiert. Revisionen sind erforderlich, um einheitliche Klassifizierungen einzuführen, bislang nicht nutzbare neue Statistiken zu integrieren, definitorische und konzeptionelle Änderungen sowie methodische Weiterentwicklungen vorzunehmen. Grundanliegen der letzten Revision 2011 war die Einführung der Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008 in allen Gesamtrechnungen.

Für alle Indikatoren der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (z. B. Arbeitnehmerentgelte, Bruttoinlandsprodukt, Bruttoanlageinvestitionen, Konsumausgaben, Primäreinkommen, Verfügbares Einkommen, Bruttonationaleinkommen) liegen revidierte Daten ab dem jeweiligen Startjahr der Berechnungen vor. Bei den Arbeitnehmerentgelten handelt es sich um Ergebnisse nach dem Inlandskonzept, d. h. die Angaben beziehen sich nur auf das geleistete Arbeitnehmerentgelt der Arbeitnehmer, die - unabhängig von ihrem Wohnort - ihren Arbeitsplatz in Sachsen hatten.

Die zur Ermittlung von Pro-Kopf- bzw. Pro-Stunde-Werten genutzten Bezugszahlen Erwerbstätige und Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt bzw. Arbeitsvolumen berechnet der Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« (AK ETR).

 

Tabellen und Grafiken

Ausgewählte Eckdaten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für Sachsen

Merkmal 2017
Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen in Milliarden Euro 121,7
Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet) Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent 1,4
Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer in Euro 28 981

(© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz, März 2018 - Auszugsweise Vervielfältigung und Verbreitung mit Quellenangabe gestattet)

Bruttoinlandsprodukt und Bruttowertschöpfung

Arbeitnehmerentgelt

Investitionen - Neue Anlagen

Bruttoinlandsprodukt im Freistaat Sachsen 1991 bis 2017

Bruttoinlandsprodukt im Freistaat Sachsen 1991 bis 2017

Bruttoinlandsprodukt im Freistaat Sachsen 1991 bis 2017
(© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz, März 2018. Auszugsweise Vervielfältigung und Verbreitung mit Quellenangabe gestattet.)

Regionaldaten

Freistaat Sachsen

Bruttoinlandsprodukt

Arbeitnehmerentgelt

Einkommen der privaten Haushalte

NUTS 2-Regionen

Chemnitz

Dresden

Leipzig

Ergebnisse Kreisfreie Städte

Chemnitz, Stadt

Dresden, Stadt

Leipzig, Stadt

Ergebnisse Landkreise

Bautzen

Erzgebirgskreis

Görlitz

Leipzig

Meißen

Mittelsachsen

Nordsachsen

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Vogtlandkreis

Zwickau

Analysen

Zu einigen speziellen Themen finden Sie nachfolgend Analysen.

Artikel der Zeitschrift »Statistik in Sachsen«

Erläuterungen

Arbeitnehmerentgelt

Unter diesem Begriff sind sämtliche Geld- und Sachleistungen zusammengefasst, die seitens der Arbeit­geber für die im Berichtszeitraum geleistete Arbeit ihrer Arbeitnehmer als Entgelt erbracht werden. Das Arbeitnehmerentgelt untergliedert sich in die Bruttolöhne und -gehälter (in Form von Geld- und/oder Sachleistungen), in die tatsächlichen Arbeitgeberbeiträge (an Sozialversicherungen, Lebensversiche­rungsunternehmen und Pensionskassen) sowie in die unterstellten Sozialbeiträge (Gegenwert der sozia­len Leistungen, die von den Arbeitgebern an gegenwärtig oder früher beschäftigte Arbeitnehmer gezahlt oder als unverfallbare Forderung gutgeschrieben werden). In den Tabellen wird das geleistete Arbeit­nehmerentgelt (Inlandskonzept) dargestellt, d. h. die unmittelbar aus dem Produktionsprozess resultie­renden Einkommen des Produktionsfaktors Arbeit am Ort des Produktionsprozesses.

Bruttoanlageinvestitionen

 

Die Bruttoanlageinvestitionen umfassen Käufe neuer Anlagen (einschließlich aller eingeführten und selbsterstellten Anlagen) sowie den Saldo aus Käufen und Verkäufen von gebrauchten Anlagen. Als Anlagen werden in diesem Zusammenhang alle dauerhaften, reproduzierbaren Produktionsmittel angesehen. Nach den Vorgaben des ESVG 2010 zählen hierzu auch nur militärisch nutzbare Anlagen. Als dauerhaft gelten in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen diejenigen Produktionsmittel, deren Nutzungsdauer mehr als ein Jahr beträgt und die normalerweise in der betriebswirtschaftlichen Buchführung aktiviert werden. Größere Reparaturen, die zu einer wesentlichen Steigerung des Wertes einer Anlage führen, sind ebenfalls Bestandteil der Bruttoanlageinvestitionen. Ausgenommen sind geringwertige Güter, vor allem solche, die periodisch wiederbeschafft werden, auch wenn sie eine längere Nutzungsdauer als ein Jahr haben. Die Bruttoanlageinvestitionen untergliedern sich in Ausrüstungen einschließlich militärischer Waffensysteme (Maschinen, Geräte, Fahrzeuge), Bauten (Wohn- und Nichtwohnbauten einschließlich Bodenverbesserungen und Grundstücksübertragungskosten) und sonstige Anlagen (geistiges Eigentum [Forschung und Entwicklung, Software und Datenbanken, Urheberrechte, Suchbohrungen] sowie Nutztiere und Nutzpflanzungen).

 

Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung

Das Bruttoinlandsprodukt umfasst den Wert aller innerhalb eines Wirtschaftsgebietes während einer be­stimmten Periode produzierten Waren und Dienstleistungen und stellt damit die gesamtwirtschaftliche Leistung dar. Seine Bewertung erfolgt zu Marktpreisen. Es entspricht entstehungsseitig der Bruttowert­schöpfung aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich der Gütersteuern und abzüglich der Gütersubventionen. Die Bruttowert­schöpfung wird aus dem Wert der gesamten im Berichtszeitraum produzierten Waren und Dienstleistun­gen (Produktionswert) abzüglich des Wertes der bei der Produktion verbrauchten Güter (Vorleistungen) ermittelt und zu Herstellungspreisen bewertet.

Das Bruttoinlandsprodukt und die meisten seiner Komponenten lassen sich sowohl nominal (in jeweiligen Preisen) als auch preisbereinigt darstellen. Die Preisbereinigung erfolgt auf der Grundlage einer jährlich wechselnden Preisbasis (Vorjahrespreisbasis). Dadurch wird die reale Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf frei von Preiseinflüssen dargestellt. Die Verän­derungsrate des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts dient als Messgröße für die Wirtschafts­entwicklung der Volkswirtschaften. Das Bruttoinlandsprodukt (Inlandskonzept) unterscheidet sich vom Bruttonati­onaleinkommen (Inländerkonzept) durch den Saldo der an die übrige Welt (Ausland, übriges Inland) ge­leisteten und den von Inländern aus der übrigen Welt bezogenen Primäreinkommen (Arbeit­nehmerent­gelte, Vermögenseinkommen sowie geleistete Produktions- und Importabgaben bzw. empfan­gene Sub­ventionen).

Bruttonationaleinkommen

Das Bruttonationaleinkommen zu Marktpreisen (früher Bruttosozialprodukt) ist ein umfassender Einkom­mensbegriff für eine Volkswirtschaft. Während das Bruttoinlandsprodukt die gesamtwirtschaftliche Leis­tung eines Wirtschaftsgebietes (Inland) erfasst, entspricht das Bruttonationaleinkommen dem Primärein­kommen, das den inländischen Wirtschaftseinheiten per Saldo zugeflossen ist. Das Brutto­nationalein­kommen entspricht der Summe aus dem Volkseinkommen, den Abschreibungen sowie den Produktions- und Importabgaben an den Staat abzüglich der Subventionen. Im Volkseinkommen sind da­bei die Erwerbs- und Vermögenseinkommen der Wirtschaftseinheiten enthalten, die sich aus empfange­nen Arbeitnehmerentgelten, per saldo empfangenen Vermögenseinkommen sowie dem Nettobetriebsüber­schuss bzw. Selbstständigeneinkommen zusammensetzen.

FISIM

Es erfolgte eine Neuregelung der Berechnung und Aufteilung von Bankdienstleistungen. Zur Verdeutlichung der konzeptionellen Unterschiede wird der bisherige Begriff »unterstellte Bankgebühr« jetzt von der Bezeichnung FISIM (Finanzserviceleistung, indirekte Messung) abgelöst. Entsprechend europäischer Vorgaben werden die indirekt gemessenen Finanzserviceleistungen auf die unterschied­lichen Nachfrager (Einleger und Kreditnehmer) aufgeteilt und gehen damit – soweit sie nicht als Vor­leistungen direkt im Produktionsprozess verbraucht werden – in die Größe des Bruttoinlandsprodukts und in dessen Verwendungskategorien Konsum sowie Exporte (abzüglich Importe) ein. Die FISIM beinhalten die Entgelte, die neben den direkt erzielten Umsätzen der Kreditinstitute in Form von z. B. Kontoführungs- und Safegebühren für das Leihen und Verleihen von Geld sowie für andere Arten von Aktivgeschäften der Banken nicht direkt in Rechnung gestellt werden. Bisher wurden diese Entgelte für Bankdienstleistungen global als Vorleistungen der Gesamtwirtschaft behandelt und hatten keine Auswirkungen auf die Höhe und die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts. Der explizite Nachweis der Position »unterstellte Bankgebühr« beim Übergang von der unbereinigten BWS auf das BIP entfällt demzufolge.

Gütersteuern

Zu den Gütersteuern zählen alle Steuern und ähnlichen Abgaben, die pro Einheit einer produzierten oder gehandelten Ware oder Dienstleistung zu entrichten sind. Sie umfassen die nichtabziehbare Umsatzsteuer, Importabgaben (u. a. Zölle, Verbrauchsteuern, Abschöpfungsbeträge auf eingeführte Güter) und sonstige Gütersteuern (Verkehrs-  und Verbrauchsteuern wie z. B. Mineralöl , Tabak  oder Versicherungsteuer).

Gütersubventionen

Gütersubventionen sind Subventionen, die pro Einheit einer produzierten oder eingeführten Ware oder Dienstleistung geleistet werden. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden Subventionen als laufende Zahlungen ohne Gegenleistung charakterisiert, die der Staat oder Institutionen der Europäischen Union an gebietsansässige Produzenten leisten, um den Umfang der Produktion dieser Einheiten, ihre Verkaufspreise oder die Entlohnung der Produktionsfaktoren zu beeinflussen.

Kapitalintensität

Die Kapitalintensität zeigt das Verhältnis zwischen dem Kapitalstock (preisbereinigt, Kettenindex 2010=100) und der Zahl der Erwerbstätigen (umgerechnet auf Messzahlen 2010=100) und misst damit den durchschnittlichen Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen.

Kapitalstock

Die bisherige Darstellung des Kapitalstocks als jahresdurchschnittliches Bruttoanlagevermögen in Preisen eines Basisjahres ist in der bisherigen Form seit der Revision 2011 nicht mehr möglich. Als Indikator für die Entwicklung des Kapitalstocks dient der Kettenindex für das preisbereinigte Bruttoanlagevermögen.

Ket­tenindizes

Im Mittelpunkt der Veröffentlichung der preisbereinigten Aggregate stehen die Ket­tenindizes sowie die Verände­rungsraten. Der konkrete Berechnungsansatz besteht aus folgenden Schritten:

  • Die Wertangaben eines Jahres werden mit Preisindizes deflationiert, die auf den Jahresdurch­schnitt des Vorjahres normiert sind.
  • Durch die Berechnung in Vorjahrespreisen erhält man eine Sequenz von Jahresergebnissen in konstanten Preisen des Vorjahres, für die Messzahlen oder Veränderungsraten abgeleitet wer­den.
  • Durch Verkettung dieser Messzahlen entsprechend den europäischen Regelungen wird für je­des Merkmal eine vergleichbare Zeitreihe in Form von Kettenindizes ermittelt.
  • Um vergleichbare Absolutwerte (in Mrd. ) für die Volumenangaben als Zeitreihe ermitteln zu kön­nen, werden die Kettenindizes mit den Werten des vereinbarten Referenzjahres 2010 ver­knüpft.

Im Gegensatz zu der bisherigen Festpreismethode sind die verketteten Absolutwerte nicht mehr addi­tiv, das heißt die Summe der verketteten Teilaggregate weicht vom Wert des verketteten Gesamtag­gregats ab. Diese Nichtadditivität tritt auch in regionaler Abstufung z. B. zwischen den Ergebnissen für Deutschland und den Ländern oder Kreisen auf. Deshalb wird auf die Publikation verketteter Ab­solut­werte in Mrd. verzichtet.

Konsumausgaben des Staates

Die Konsumausgaben des Staates (Ausgabenkonzept) entsprechen dem Wert der Güter, die vom Staat selbst produziert werden (jedoch ohne selbsterstellte Anlagen und Verkäufe), sowie den Ausgaben für Güter, die als soziale Sachtransfers den privaten Haushalten für ihren Konsum zur Verfügung gestellt werden.

Modernitätsgrad

Das Verhältnis von Netto- zu Bruttoanlagevermögen wird als Modernitätsgrad bezeichnet. Dieses Maß drückt aus, wie viel Prozent des Vermögens noch nicht abgeschrieben sind und gibt damit Aufschluss über den Alterungsprozess des Anlagevermögens.

Neue Anlagen

Neue Anlagen sind neu in den Wirtschaftskreislauf eintretende, d. h. in einem nachgewiesenen Berichts­zeitraum im Inland neu entstandene oder importierte Anlagegüter. Sie umfassen neue Bauten, neue Aus­rüstungen und sonstige Anlagen. Zu den neuen Bauten zählen auch werterhöhende Leistungen am Ge­bäudebestand. Für die einzelnen Wirtschaftsbereiche wird nur der Erwerb neuer Anlagen ausgewiesen. Für den Nachweis des Kaufs und Verkaufs von gebrauchten Anlagen zwischen den Wirtschaftsbereichen stehen keine ausreichenden statistischen Informationen zur Verfügung.

Primäreinkommen der privaten Haushalte

Das Primäreinkommen der privaten Haushalte umfasst die Einkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermö­gen (als Eigentümer eines Vermögenswertes oder eines nichtproduzierten Sachvermögensgegenstan­des), die den inländischen privaten Haushalten (einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbs­zweck) in einem Berichtszeitraum zugeflossen sind. Es setzt sich zusammen aus dem empfangenen Arbeitnehmerentgelt, den Einkommen der Einzelunternehmer und Selbstständigen (Selbstständigenein­kommen), die auch eine Vergütung für die mithelfenden Familienangehörigen enthalten, dem Nettobetriebs­überschuss aus der Produktion von Dienstleistungen aus selbstgenutztem Wohneigentum sowie dem im Allgemeinen positiven Saldo aus empfangenen und geleisteten Vermögenseinkommen.

Private Konsumausgaben

Als private Konsumausgaben (Ausgabenkonzept) werden die Waren- und Dienstleistungskäufe der in­ländischen privaten Haushalte für Konsumzwecke bezeichnet. Neben den tatsächlichen Käufen, zu de­nen unter anderem Entgelte für häusliche Dienste gehören, sind auch bestimmte unterstellte Käufe ent­halten, wie zum Beispiel der Erwerb von Finanzserviceleistungen, indirekte Messung (FISIM), der Wert der Nutzung von Eigentümerwoh­nungen sowie so genannte Naturalentgelte für Arbeitnehmer (z. B. Deputate). In den privaten Konsum­ausgaben sind auch die Konsumausgaben der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck enthalten.

Revision 2011

Grundanliegen der Überarbeitung aller Gesamtrechnungsergebnisse ab dem Jahr 2011 war die Implementierung der Wirtschaftszweigsystematik WZ 2008 (NACE Rev. 2). Für das Bruttoinlandsprodukt und die Bruttowertschöpfung sowie die Arbeitnehmerentgelte und Bruttoverdienste wurden zuerst neue Ergebnisse für die Jahre 2008 bis 2011 publiziert. Gleichzeitig mit der Einführung der neuen Systematik erfolgte eine Überprüfung aller statistischen Quellen der Rechenwerke und der Berechnungsmethoden.

Der Umstieg auf die WZ 2008 erfolgte in allen Gesamtrechnungen später als in den verschiedenen fachstatistischen Erhebungen, in denen die Einführung der WZ 2008 ab dem Berichtsjahr 2008 begann. Dadurch wurde sichergestellt, dass solide Ausgangsinformationen in die Rechenmodelle zur Ermittlung der verschiedenen Aggregate einfließen. Sowohl in die Ergebnisse der Entstehungs-, als auch der Verteilungsrechnung fließen eine Vielzahl von Einzelstatistiken ein, die schwerpunktmäßig entweder auf Meldungen von Unternehmen bzw. Betrieben oder auf branchenübergreifenden Registerdaten beruhen. Für den Umstieg von der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2003 (WZ 2003) auf die WZ 2008 konnten außerdem Doppelaufbereitungen aus der Umsatzsteuerstatistik bzw. den Umsatzdaten aus dem Unternehmensregister bzw. von Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) und einer Reihe von Fachstatistiken für die Erstellung von Umsteigeschlüsseln und die Rückrechnung der Ergebnisse genutzt werden. 

Die WZ 2008 weist gegenüber ihrer Vorgängerversion eine tiefere Differenzierung der Dienstleistungsbereiche auf. Originär ermittelte Ergebnisse nach der WZ 2008 werden tiefer gegliedert veröffentlicht, als zuvor nach WZ 2003.

Über die reine Umstellung der WZ-Klassifikation hinaus erfolgte im Zuge der Revision 2011 in einigen Wirtschaftsbereichen ein Quellenwechsel, der die Fachstatistiken in diesen Branchen mehr als bisher berücksichtigt. Erstmals konnten zum Beispiel in der Entstehungsrechnung länderspezifische Informationen der Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich bzw. Auswertungen aus dem Unternehmensregister unmittelbar herangezogen werden. Außerdem wurden in der Verteilungsrechnung verstärkt die Daten der vierteljährlichen Verdiensterhebung genutzt. Neben diesen neu genutzten Inputdaten wurde im Rahmen von qualitätssichernden Maßnahmen in der Entstehungsrechnung in einzelnen Bereichen vom Produktionsansatz auf den Einkommensansatz übergegangen.

Hinweise zu den Wirkungen des Umstiegs auf die Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008 finden Sie am Beispiel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Erläuterungen zu den Arbeitnehmerentgelten und zum Bruttoinlandsprodukt bzw. der Bruttowertschöpfung nach der Revision 2011 finden Sie hier:

Revision 2014

Das Hauptanliegen der Revision 2014 ist die Einführung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010). Dieses gibt für Deutschland und alle anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union rechtsverbindlich alle Konzepte und Definitionen vor. Außerdem wird auch diese Revision in den Gesamtrechnungen genutzt, um neue Berechnungsgrundlagen wie zum Beispiel die Ergebnisse des Zensus 2011 in die relevanten Berechnungen zu integrieren. Darüber hinaus erfolgte auch bei der Revision 2014 die Überprüfung aller statistischen Quellen sowie der jeweiligen Berechnungsmethoden, die Eingang in die Rechenwerke finden. Ziel ist die Bereitstellung von bruchfreien und vollständig vergleichbaren Zeitreihen für jedes Aggregat. Detaillierte Informationen zu den Revisionsarbeiten können auch einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes in Wirtschaft und Statistik vom September 2014 »Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 2014 für den Zeitraum 1991 bis 2014« entnommen werden. Die Regionalergebnisse sind auf den Berechnungsstand August 2015 der VGR des Bundes für Deutschland abgestimmt.

 

Erläuterungen zu den Arbeitnehmerentgelten und zum Bruttoinlandsprodukt bzw. der Bruttowertschöpfung nach der Revision 2014 finden Sie hier:

Sparen der privaten Haushalte

Das Sparen der privaten Haushalte ergibt sich durch Abzug der privaten Konsumausgaben vom Verfüg­baren Einkommen der privaten Haushalte. Das Sparen umfasst außerdem noch die Zunahme betriebli­cher Versorgungsansprüche. Die Relation aus dem so ermittelten Sparen zu dem Verfügbaren Einkom­men (erhöht um die Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche) wird als Sparquote der privaten Haushalte bezeichnet.

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte

Das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte (Ausgabenkonzept; einschließlich private Organisati­onen ohne Erwerbszweck) ergibt sich dadurch, dass dem Primäreinkommen einerseits die monetären Sozialleistungen, die die privaten Haushalte überwiegend seitens des Staates empfangen, und die sonstigen laufenden Transfers (u. a. Leistungen von Nichtlebensversicherungen) hinzugefügt werden. Andererseits werden dagegen die Einkommen- und Vermögenssteuern, Nettosozialbeiträge und sonstige laufende Trans­fers (u. a. Nettoprämien für Nichtlebensversicherungen) abgezogen, die von den privaten Haushalten zu leisten sind. Das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte entspricht damit dem Einkommen, das den privaten Haushalten letztendlich zufließt und das sie für Konsum- und Sparzwecke verwenden kön­nen.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an:

Marginalspalte

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