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Bevölkerungsbestand

Erläuterungen

Die laufende Fortschreibung der Bevölkerung zur Ermittlung des Bevölkerungsstandes für gegebene Zeitpunkte zwischen den Zählungen erfolgt nach den Ergebnissen der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Geburten, Sterbefälle) und der räumlichen Bevölkerungsbewegung (Zuzüge, Fortzüge). Neben Geburten, Sterbefällen, Zu- und Fortzügen werden bei der Bevölkerungsfortschreibung Staatsangehörigkeitswechsel, Bestandskorrekturen und zum Nachweis des Familienstandes die Daten zu Eheschließungen und Ehescheidungen, ab Zensus 2011 auch über die Begründung und Aufhebung von Lebenspartnerschaften berücksichtigt. Seit dem 3. Oktober 1990 beruhte die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes in den neuen Ländern und Berlin-Ost auf einem Abzug des früheren Zentralen Einwohnerregisters Berlin-Biesdorf zum gleichen Stichtag. Dieser Bevölkerungsbestand wurde dem Ergebnis einer Volkszählung gleichgesetzt. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse des Zensus vom 9. Mai 2011 erhielt die Bevölkerungsstatistik eine neue Datengrundlage.   In die aktuelle Bevölkerungsfortschreibung werden nur Bewegungen ab Ereignisdatum 10. Mai 2011 einbezogen.

Zur Bevölkerung zählen bei der Fortschreibung alle Personen, die im ausgewiesenen Gebiet ihre alleinige Wohnung oder Hauptwohnung haben, außer die Angehörigen der ausländischen Stationierungsstreitkräfte sowie der ausländischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen mit ihren Familienangehörigen.

Bei den Geborenen (Geburten) wird zwischen Lebendgeborenen und Totgeborenen unterschieden. Zu den Lebendgeborenen zählen alle Kinder, bei denen entweder das Herz geschlagen oder die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat. Geborene, bei denen nicht mindestens eines dieser Lebenszeichen und ein Mindestgewicht von 500 g vorliegen, werden als Totgeborene registriert. Die regionale Zuordnung der Geborenen erfolgt nach dem Ort der alleinigen Wohnung oder Hauptwohnung der Mutter.

Als Gestorbene werden alle amtlich festgestellten Sterbefälle gezählt, außer Totgeborene, standesamtlich beurkundete Kriegssterbefälle und gerichtliche Todeserklärungen. Die regionale Zuordnung der Gestorbenen erfolgt nach dem Ort ihrer alleinigen Wohnung oder Hauptwohnung. Die Differenz zwischen der Anzahl der Lebendgeborenen und Gestorbenen ist der Saldo der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Überschuss der Lebendgeborenen bzw. Gestorbenen).

Die Statistik der räumlichen Bevölkerungsbewegung (Wanderungsstatistik) erfasst die Zuzüge (behördliche Anmeldungen) und Fortzüge (behördliche Abmeldungen) über Gemeindegrenzen. Wohnungsstatuswechsel zählen beim neuen Ort der alleinigen oder Hauptwohnung als Zuzüge, beim entsprechenden bisherigen Ort als Fortzüge. Die Differenz zwischen der Anzahl der Zuzüge und Fortzüge ist der Wanderungssaldo (Überschuss der Zu- bzw. Fortzüge).

Hauptwohnung
Hauptwohnung ist die vorwiegend benutzte Wohnung des Einwohners. Hauptwohnung eines verheirateten Einwohners, der nicht dauernd von seiner Familie getrennt lebt, ist die vorwiegend benutzte Wohnung der Familie. In Zweifelsfällen ist die vorwiegend benutzte Wohnung dort, wo der Schwerpunkt der Lebensbeziehungen des Einwohners liegt.

Familienstand
Beim Familienstand wurden bis 2011 die Familienstände ledig, verheiratet, geschieden und verwitwet erfasst. Personen mit sonstigen Familienständen wurden unter „ledig“ zusammengefasst. Mit der Fortschreibung der Bevölkerung auf Grundlage des Zensus 2011 werden zusätzlich folgende Familienstände nachgewiesen: eingetragene Lebenspartnerschaft, Lebenspartner verstorben und eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben.

Ausländer
Ausländer sind alle Personen, die nicht Deutsche und auch nicht Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes gleichgestellt sind. Dazu gehören auch Staatenlose und Personen mit „ungeklärter“ Staatsangehörigkeit. Deutsche, die zugleich eine fremde Staatsangehörigkeit besitzen, zählen als Deutsche. Die Mitglieder der ausländischen Stationierungsstreitkräfte sowie der ausländischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen mit ihren Familienangehörigen werden statistisch nicht erfasst.

Einbürgerungen
Die Einbürgerungsstatistik wird im Freistaat Sachsen seit 1991 jährlich durchgeführt, um für Belange des Staatsangehörigkeitsrechts, der Einbürgerungspolitik und der Verwaltung Angaben über den Personenkreis zu erhalten, der die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben hat. Die Einbürgerungsstatistik ist seit dem 1. Januar 2000 eine Bundesstatistik und wurde demzufolge neu gestaltet. Ab dem Berichtsjahr 2000 wird der Rechtsgrund der Einbürgerung genannt.
Einbürgerungen nach §§ 13 und 14 StAG werden nur vom Bundesverwaltungsamt erfasst.
§ 8 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) – Ermessenseinbürgerung einer ausländischen Person, die rechtmäßig ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat.
§ 9 Staatsangehörigkeitsgesetz – Ermessenseinbürgerung deutschverheirateter ausländischer Personen.
§ 10 Abs. 1 StAG - Einbürgerungsanspruch für im Inland wohnhafte ausländische Personen mit einer Aufenthaltsdauer von mindestens acht Jahren.
§ 10 Abs. 2 StAG - Miteinbürgerung ausländischer Ehegatten und minderjähriger Kinder der nach § 10 Abs. 1 StAG eingebürgerten ausländischen Person.
§10 Abs. 3 Staatsangehörigkeitsgesetz (§ 10 Abs. 1 i. V. m. Abs. 3 StAG) - Verkürzung der Einbürgerungsfrist auf sieben Jahre durch Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Integrationskurs. Bei Vorliegen besonderer Integrationsleistungen kann sie auf sechs Jahre verkürzt werden.
§ 13 Staatsangehörigkeitsgesetz – Ermessenseinbürgerung ehemaliger Deutscher und deren Abkömmlinge, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben.
§ 14 Staatsangehörigkeitsgesetz – Ermessenseinbürgerung von ausländischen Personen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben.
§ 40 b Staatsangehörigkeitsgesetz – Anspruchseinbürgerung für im Inland geborene ausländische Personen, die am 1. Januar 2000 das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
§ 40 c Staatsangehörigkeitsgesetz - Auf Einbürgerungsanträge, die bis zum 16. März 1999 gestellt worden sind, finden die §§ 85 bis 91 des Ausländergesetzes in der vor dem 1. Januar 2000 geltenden Fassung mit Maßgabe Anwendung, dass die Einbürgerung zu versagen ist, wenn ein Ausschlussgrund nach § 11 Satz 1 Nr. 2 oder 3 oder Satz 2 vorliegt, und dass sich die Hinnahme von Mehrstaatigkeit nach § 12 beurteilt.
Art. 116 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz – Anspruchseinbürgerung früherer deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz im Ausland, denen in der Zeit zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen entzogen wurde.
Art. 2 des Gesetzes zur Verminderung der Staatenlosigkeit - Anspruchseinbürgerung für in Deutschland geborene Staatenlose, die seit fünf Jahren hier ihren Aufenthalt haben und den Antrag zur Vollendung des 21. Lebensjahres stellen.
§ 21 HAuslG - Anspruchseinbürgerung für heimatlose Ausländer, die seit sieben Jahren ihren rechtmäßigen Aufenthalt im Inland haben.

 

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Gesetze im Netz

Das Statistische Bundesamt stellt eine Sammlung von Gesetzen und Verordnungen zur Verfügung, die bei der Erhebung und Verarbeitung von Statistiken der Bevölkerung zur Anwendung kommen (externer Link)

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