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Arbeitsvolumen

Ergebnisse der Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (Regionale Gesamtrechnungen)

Die Arbeitsvolumenrechnung liefert ein umfassendes und detailliertes Bild der tatsächlich geleisteten Ar­beitsstunden aller Erwerbstätigen. Mit der zunehmenden Vielfalt der Beschäftigungsverhältnisse (z. B. Teil­zeitarbeit, Mini-Jobs, Zusatzjobs oder so genannte Ein-Euro-Jobs) werden Produktivitätsvergleiche auf Basis der erwerbstätigen Personen problematisch. Mit den Ergebnissen der Arbeitsvolumenrechnung besteht die Möglichkeit, Produktivitätsvergleiche auf der Grundlage von Angaben zu den geleisteten Arbeitsstunden durchzuführen.

Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen 2017 nach Ländern

Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen 2017 nach Ländern

Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen 2017 nach Ländern
(© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz, März 2018 - Auszugsweise Vervielfältigung und Verbreitung mit Quellenangabe gestattet)

Grundlage der Berechnung des Arbeitsvolumens bilden die vierteljährlichen und jährlichen Erwerbstätigenangaben nach Stellung im Beruf und Wirtschaftszweigen des Arbeitskreises »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« (AK ETR). Als Quellen zur Berechnung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit werden neben den Geschäftsstatistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA), die Ergebnisse des Mikrozensus, die vierteljährliche Verdiensterhebung, das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), die Statistik des Personals im öffentlichen Dienst, die Krankenstandsstatistik des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS), Erhebungen des Instituts zur Erforschung sozialer Chancen (ISO) und eigene Erhebungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verwendet.

Die hier vorliegenden Ergebnisse zum Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen im Freistaat Sachsen beruhen auf den Arbeitszeit- und Arbeitsvolumenberechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) für Deutschland insgesamt sowie des AK ETR für die Bundesländer.

Alle fünf bis zehn Jahre führt der AK ETR eine Revision seiner Berechnungen durch. Die Revision 2014 steht im Zeichen der Einführung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010). Es wurden alle Ergebnisse der Arbeitsvolumenberechnung revidiert. Beispielsweise müssen nach ESVG 2010 auch die unbezahlten Überstunden berücksichtigt werden. Die Ergebnisse zur Zahl der geleisteten Arbeitsstunden der Erwerbstätigen stehen ab dem Jahr 2000 zur Verfügung. Revisionen sind erforderlich, um einheitliche Klassifizierungen einzuführen, bislang nicht nutzbare neue Statistiken zu integrieren, definitorische und konzeptionelle Änderungen sowie methodische Weiterentwicklungen vorzunehmen. Grundanliegen der letzten Revision 2011 war die Einführung der Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008 in allen Gesamtrechnungen.

Tabellen und Grafiken

 

 

Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Sachsen

Merkmal 2017
Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Millionen Stunden 2 899,7
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent 1,0
Arbeitsvolumen je Erwerbstätigen in Stunden 1 412

(© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz, März 2018 - Auszugsweise Vervielfältigung und Verbreitung mit Quellenangabe gestattet)

Regionaldaten

Freistaat Sachsen

NUTS 2-Regionen

Chemnitz

Dresden

Leipzig

Ergebnisse Kreisfreie Städte

Chemnitz, Stadt

Dresden, Stadt

Leipzig, Stadt

Ergebnisse Landkreise

Bautzen

Erzgebirgskreis

Görlitz

Leipzig

Meißen

Mittelsachsen

Nordsachsen

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Vogtlandkreis

Zwickau

Analysen

Zu einigen speziellen Themen finden Sie nachfolgend Analysen.

Aufsätze in der Zeitschrift »Statistik in Sachsen«

Erläuterungen

Arbeitsvolumen

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeiten für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.


Bei einem Branchen- bzw. Regionalvergleich des durchschnittlichen Arbeitsvolumens je Erwerbstätigen ist zu beachten, dass dieser Indikator in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigten geprägt wird, dagegen nur in geringem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht statthaft sind daher Wertungen als Unterschiede im »Fleiß« oder in der »Arbeitsbereitschaft« der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Branchenmix) ohne genaue Kenntnis der Fakten, die der Rechnung zu Grunde liegen.

Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«

Dem Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« (AK ETR) gehören die Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag an. Der AK ETR hat unter anderem die Aufgabe, die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen in einem bestimmten Berichtszeitraum für die Länder sowie für die Kreisfreien Städte und Landkreise nach wirtschaftlicher Gliederung und Stellung im Beruf zu berechnen und zu veröffentlichen. Zur Erstellung einer erwerbsstatistischen Gesamtschau gehört auch die Berechnung des regionalen Arbeitsvolumens.

Revision 2014

Das Hauptanliegen der Revision 2014 ist die Einführung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 2010). Dieses gibt für Deutschland und alle anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union rechtsverbindlich die Konzepte und Definitionen vor und verweist auch auf die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Außerdem wird auch diese Revision genutzt, um neue Berechnungsgrundlagen wie zum Beispiel die revidierten Erwerbstätigenzahlen des AK ETR und die revidierten Ergebnisse der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit in die Berechnungen zu integrieren. Darüber hinaus erfolgte auch bei der Revision 2014 die Überprüfung aller statistischen Quellen, die Eingang in die Rechenwerke fanden sowie der jeweiligen Berechnungsmethoden. Hinsichtlich der Arbeitsvolumenberechnungen müssen nach ESVG 2010 auch die unbezahlten Überstunden berücksichtigt werden. Nähere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der Erwerbstätigen in Sachsen ist im Ergebnis der Revision 2014 aktuell um rund 45 Millionen Stunden oder knapp 1,5 Prozent niedriger als bisher ausgewiesen. Dies ist zu einem großen Teil auf die Revision der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit zurückzuführen, welche als eine Quelle zur Arbeitsvolumenrechnung genutzt wird. Mit der Einführung neuer Erhebungsinhalte im Meldeverfahren zur Sozialversicherung ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten auch rückwirkend deutlich gestiegen. Im Zuge der Umstellung haben die Arbeitgeber die melderelevanten Angaben ihrer Beschäftigten überprüft und aktualisiert. Die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung stieg dadurch deutlich an, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im gleichen Umfang sank.

Revision 2011

Grundanliegen der Überarbeitung der Ergebnisse zum Arbeitsvolumen ab dem Jahr 2011 war die Implementierung der Wirtschaftszweigsystematik WZ 2008 (NACE Rev. 2). Gleichzeitig erfolgte eine Überprüfung aller statistischen Quellen der Rechenwerke und der Berechnungsmethoden. Die erste Publikation von Revisionsergebnissen enthielt die Angaben zum Arbeitsvolumen für die Jahre 2008 bis 2011 und erfolgte Ende Juni 2012. Seit Mitte März stehen auch überarbeitete und vergleichbar gegliederte vorläufige Revisionsergebnisse der Jahre 2000 bis 2007 sowie das Jahr 2012 zur Verfügung.

Der Umstieg auf die WZ 2008 erfolgte in den Gesamtrechnungen und damit auch in der Arbeitsvolumenrechnung des AK ETR später als in den verschiedenen fachstatistischen Erhebungen, in denen die Einführung der WZ 2008 ab dem Berichtsjahr 2008 begann. Dadurch wurde sichergestellt, dass solide Ausgangsinformationen in die Rechenmodelle zur Ermittlung der Erwerbstätigendaten als Voraussetzung für die Arbeitsvolumenberechnungen einfließen. Grundlage der Arbeitsvolumenrechnung ist eine Vielzahl von Einzelstatistiken, die entweder auf Meldungen von Unternehmen bzw. Betrieben, auf branchenübergreifenden Registerdaten oder Ergebnissen von Personen- bzw. Haushaltsbefragungen zur Erwerbsbeteiligung beruhen und Angaben zu den geleisteten Arbeitszeiten beinhalten.

Die WZ 2008 weist gegenüber ihrer Vorgängerversion eine tiefere Differenzierung der Dienstleistungsbereiche auf. Über die reine Umstellung der WZ-Klassifikation hinaus erfolgte im Zuge der Revision 2011 mit der Nutzung der vierteljährlichen Verdiensterhebung ein Quellenwechsel, bei dem Angaben zur tatsächlichen Arbeitszeit in den einzelnen Bereichen länderspezifisch besser als bisher berücksichtigt werden konnten. Außerdem wirkten sich die Änderungen aus der Revision der Erwerbstätigenzahlen in den Arbeitsvolumenberechnungen aus.

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