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»Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld«

Folgeseite Erläuterungen Hilfe zum Lebensunterhalt

Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen
Bis 2005 wurde die Hilfe zum Lebensunterhalt als einzige Hilfe nach dem Bedarfsgemeinschaftsprinzip gewährt. Außerhalb von Einrichtungen diente sie als sogenannte "Sozialhilfe im engeren Sinn" als wichtiger Indikator für Armut bzw. soziale Bedürftigkeit. Diese Rolle übernahm für alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen bzw. die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft Lebenden ab 2005 die Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV). Da Rentner und voll Erwerbsgeminderte seit 2003 Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben, wird von Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen nur noch eine Randgruppe erfasst. Es handelt sich hierbei um Erwerbsunfähige auf Zeit, Vorruheständler mit niedriger Rente und längerfristig Erkrankte und Kinder, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben. Unter 15- bzw. erwerbsunfähige unter 18 -Jährige erhalten diese Hilfe bei Bedürftigkeit aber auch als Kinder von Grundsicherungsempfängern nach dem 4. Kapitel SGB XII bzw. wenn sie z. B. bei Pflegeeltern aufwachsen. Sie bilden dann als einzeln nachgewiesene minderjährige Haushaltangehörige eine eigene Bedarfsgemeinschaft. 

Hilfe zum Lebensunterhalt in Einrichtungen
Personen, die dauerhaft in einer Einrichtung untergebracht sind, erhalten dort bei Bedürftigkeit ebenfalls Hilfen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Ihr grundlegender Lebensunterhalt wird dabei jedoch in den allermeisten Fällen durch die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung abgesichert, der weitere notwendige Lebensunterhalt, vor allem ein Barbetrag zur persönlichen Verfügung, wird gemäß § 27b Abs. 2 als Hilfe zum Lebensunterhalt gewährt.
Obwohl sie nur ein geringes Hilfespektrum hat und meist parallel zu anderen Hilfen nach SGB XII geleistet wird, gewann die Hilfe zum Lebensunterhalt in Einrichtungen im Jahr 2005 mit Einführung des SGB XII rein zahlenmäßig stark an Bedeutung. Bis dahin umfassten gemäß § 27 Abs. 3 BSHG (Bundessozialhilfegesetz) bei Personen, die in Einrichtungen Hilfe zur Pflege bzw. Eingliederungshilfe für behinderte Menschen erhielten, diese Hilfen auch den Lebensunterhalt.

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