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Corona Spezial: Lebendgeborene in Sachsen

Letzte Aktualisierung: 30.08.2022

Die Entwicklung der Lebendgeborenen seit 2015

In den letzten 5 Jahren (2015 bis 2019) vor Beginn der Corona-Pandemie lag die Zahl der Lebendgeborenen im Durchschnitt bei 36 324 Lebendgeborenen pro Jahr. Mit 37 941 Lebendgeborenen wies das Jahr 2016 die meisten Lebendgeborenen im betrachteten Zeitraum und auch in den 25 davorliegenden Jahren auf. Dieser Höchststand hing vermutlich mit dem vermehrten Zuzug von Nichtdeutschen insbesondere 2015 und 2016 zusammen.

Für das Jahr 2020 wurden 33 383 Lebendgeborene gezählt. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 verringerte sich die Zahl der Lebendgeborenen um rund 2 900 Personen bzw. rund 8 Prozent. Im Jahr 2021 betrug die Zahl der Lebendgeborenen in Sachsen 32 548 und ging im Vergleich zu 2020 um 835 bzw. 2,5 Prozent zurück. Die Zahl der Lebendgeborenen war damit das vierte Jahr in Folge rückläufig.

Einfluss der Altersstruktur und des Verhaltens auf die Geburtenentwicklung

Die Balkengrafik verdeutlicht den prozentualen Anteil der veränderten Altersstruktur und des Geburtenverhaltens bei der Veränderung der Zahl der Lebendgeborenen 2019 und 2021 gegenüber 2014.

Der Altersstruktureffekt berechnet sich, indem die altersspezifischen Geburtenraten des zu betrachtenden Jahres auf die weibliche Bevölkerung eines vorangegangenen Jahres bezogen wird. Somit kann ermittelt werden, wie viele Geburten zu erwarten gewesen wären, wenn sich die Besetzungsstärken der weiblichen Bevölkerung im gebärfähigen Alter nicht verändert hätten. Der Verhaltenseffekt definiert sich aus der Differenz aus den berechneten erwarteten Geburten mit denen des vorangegangenen Vergleichsjahres. 

Zur Ermittlung des Altersstruktur- und Verhaltenseffekts wurde das Jahr 2014 mit den Jahren 2019 (Jahr vor Pandemie) sowie 2020 und 2021 (Pandemiejahre) in Beziehung gesetzt. Im Ergebnis der Berechnung lässt sich vermuten, dass die Unsicherheiten in den Pandemiejahren 2020 und 2021 zum Teil auf die Entwicklung der Geburtenzahlen wirkten. Während der Geburtenrückgang 2019 gegenüber 2014 fast ausschließlich auf den Altersstruktureffekt (95,0 Prozent) zurückzuführen war, spielten Veränderungen im Geburtenverhalten mit einem Anteil des Verhaltenseffekts von 21,7 Prozent am Rückgang der Geburten 2020 und 18,9 Prozent am Rückgang der Lebendgeborenen 2021 gegenüber 2014 eine deutlich größere Rolle.

Entwicklung der Lebendgeborenen nach Geburtenfolge

Die Liniengrafik zeigt die Zahl der Lebendgeborenen im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 sowie 2020 und 2021 nach Geburtsmonaten. Die graue Fläche veranschaulicht die Differenz zwischen minimaler und maximaler Geburtenzahl aus den Jahren 2015 bis 2019.

Im Jahr 2021 sind in Sachsen nach Angaben des Statistischen Landesamtes 32 548 Kinder lebend zur Welt gekommen. Damit sank die Zahl der Lebendgeborenen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 835 bzw. 2,5 Prozent. Ein Anstieg der Geburtenzahlen war nur in den Monaten August und Oktober zu beobachten, in denen 0,5 bzw. 4,1 Prozent mehr Kinder geboren wurden, als im gleichen Vorjahresmonat. In den übrigen Monaten lag die Geburtenzahl zwischen 0,5 (März) und 7,9 Prozent (Juli) niedriger als im Vorjahr.

Die Geburten der ersten sieben Monate 2021 gehen zum großen Teil auf Schwangerschaften zurück, die während des ersten Lockdowns von Ende März bis Anfang Mai 2020 sowie in den Monaten des Vorjahres begonnen haben, in denen die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen weitgehend aufgehoben waren. Die Schwangerschaft für die Lebendgeborenen der Monate ab August 2021 hatte dabei in der Zeit der zunehmenden Einschränkungen zum Ende des Jahres 2020 bzw. Anfang des Jahres 2021 begonnen.

Die zwei Balkengrafiken stellen die prozentuale Veränderung 2020 gegenüber dem Mittel der Jahre 2015 bis 2019 sowie 2021 gegenüber 2020 nach der Lebendgeborenenfolge dar.

Die Entwicklung der Zahl der Lebendgeborenen 2020 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 (–2 941 Lebendgeborene bzw. –8,1 Prozent) zeigt in Bezug auf die Geburtenfolge Besonderheiten. So lässt sich feststellen, dass der Rückgang der Zahl der dritten und weiteren Kinder 2020 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 mit 1,6 Prozent am geringsten war. Hier konnte unter anderem für die Monate Januar, März und September eine Zunahme festgestellt werden. Am stärksten mit 12,7 Prozent war der Rückgang der ersten Kinder. Damit ging der Anteil der ersten Kinder im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 um 2,3 Prozentpunkte zurück. Die Anteile der weiteren Kinder stiegen dagegen um einen Prozentpunkt bei den zweiten bzw. um 1,2 Prozentpunkte bei den dritten und weiteren Kindern.

Der Vergleich der Geburten in den Monaten Januar bis Dezember 2021 gegenüber 2020 zeigte, trotz weiter sinkender Geburtenzahlen insgesamt, einen Anstieg von dritten und weiteren Kindern der Mutter. Dies führte zu einer weiteren Zunahme des Anteils der dritten bzw. weiteren Kinder an allen Lebendgeborenen. Von den 2021 registrierten Lebendgeborenen waren 43 Prozent die ersten, 37 Prozent die zweiten und 20 Prozent die dritten oder weiteren Kinder im Leben der Mutter. Im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 kamen noch 46 Prozent als erstes, 36 Prozent als zweites und 18 Prozent als drittes Kind bzw. weiteres Kind zur Welt. Für diese Entwicklung spielt auch die Altersstruktur eine wichtige Rolle, da die geburtenschwachen Jahrgänge der 1990er-Jahre in das für die erste Geburt gegenwärtig bevorzugte Alter kommen und gleichzeitig viele Frauen der letzten stärker besetzten Jahrgänge der 1980er-Jahre bereits ein bis zwei Kinder zur Welt gebracht haben.

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