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Corona Spezial: Sterblichkeit in Sachsen

Letzte Aktualisierung: 29.07.2021

Die Entwicklung der Sterbefälle seit 2015

Die Liniengrafik zeigt die Zahl der Gestorbenen im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 sowie für 2020 und 2021 nach Sterbemonaten. Die graue Fläche veranschaulicht die Differenz zwischen minimaler und maximaler Gestorbenenzahl aus den Jahren 2015 bis 2019.

In den letzten 5 Jahren (2015 bis 2019) vor Beginn der Corona-Pandemie lag die Zahl der Gestorbenen im Durchschnitt bei 54 700 Sterbefällen pro Jahr. Mit 56 290 Gestorbenen wies das Jahr 2018 als ein »Grippejahr« leicht höhere Sterbefallzahlen im Vergleich zu den übrigen Jahren auf.

Für das Jahr 2020 wurden mehr als 62 000 Gestorbene gezählt. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 stieg die Zahl der Gestorbenen um rund 7 300 Personen bzw. rund 13 Prozent. Die jährliche Veränderung der Sterbefälle im Betrachtungszeitraum 2015 bis 2019 schwankte dagegen zwischen 1 300 Gestorbenen weniger (2019 zu 2018) bis 1 600 Gestorbenen mehr (2018 zu 2017). Betrachtet man die absoluten Beträge der Veränderung, bedeutet dies für die Jahre 2015 bis 2019 eine durchschnittliche Veränderungsrate gegenüber dem jeweiligen Vorjahr um 2,5 Prozent. Für den Januar 2021 wurden mit 8 100 von den Standesämtern übermittelten Sterbefällen rund 60 Prozent mehr Meldungen geliefert als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 für den Januar registriert wurden.

Übersterblichkeit in Sachsen im 4. Quartal 2020 und im Januar 2021

Die Balkengrafik zeigt die Gestorbenen 2020 und 2021 und im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 nach ausgewählten Sterbemonaten. In den Monaten November 2020 bis Januar 2021 sind die Sterbefälle im Vergleich zum Mittel der Jahre 2015 bis 2019 stark gestiegen.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Sterbefälle während der Corona-Pandemie wird auch der Begriff der Übersterblichkeit verwendet. Von einer Übersterblichkeit wird gesprochen, wenn die Sterbefälle bzw. Sterberaten in einer Pandemie von denen in Jahren ohne pandemisches Geschehen abweichen.

In Betrachtung der monatlichen Sterbefälle 2020 bis Juni 2021 im Vergleich zum Zeitraum 2015 bis 2019 konnte eine Übersterblichkeit für das 4. Quartal 2020 und den Januar 2021 festgestellt werden. Bis September 2020 lag die Zahl der Gestorbenen in der Bandbreite aus minimalen und maximalen Sterbefällen der Jahre 2015 bis 2019. Im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 wurden für den Oktober rund 4 360 Gestorbene registriert. Mit rund 4 800 gemeldeten Sterbefällen für Oktober 2020 starben 9 Prozent mehr. Für die Monate November 2020 und Dezember 2020 wichen die eingegangenen Sterbefälle überdurchschnittlich stark von den durchschnittlichen Sterbefällen der Monate November und Dezember der Jahre 2015 bis 2019 ab. Starben zwischen 2015 und 2019 im November durchschnittlich 4 400 Menschen, so waren es mit fast 6 200 Personen im November 2020 rund 41 Prozent mehr. Die Zahl der Sterbefälle für Dezember 2020 mit 9 900 Gestorbenen bedeutete im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 mit 4 800 Gestorbenen eine Zunahme um rund 106 Prozent. Auch im Januar 2021 setzte sich die Übersterblichkeit noch fort. Mit den vorläufig ausgezählten fast 8 100 Sterbefällen wurden rund 3 000 Sterbefälle mehr gemeldet als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019, was einer prozentualen Zunahme von rund 60 Prozent entspricht.

Altersstruktur der Gestorbenen

Die 3 Balkendiagramme zeigen die Sterbefälle nach Altersgruppen 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Es werden die Sterbefälle, deren prozentuale Aufteilung sowie die Sterberaten nach Altersgruppen verglichen.

Der Anstieg der Gestorbenen 2020 gegenüber dem Mittel der Jahre 2015 bis 2019 betraf nicht alle Altersgruppen gleichermaßen. Außer bei der Altersgruppe der unter 35-Jährigen und der Altersgruppe der 45- bis unter 55-Jährigen lagen in allen Altersgruppen die Sterbefälle für das Jahr 2020 über den durchschnittlichen Sterbefällen der Jahre 2015 bis 2019.

Um Effekte durch unterschiedliche Besetzungsstärken in den Altersgruppen zu den verschiedenen Zeitpunkten auszuschließen, wurden die Sterbefälle auf die durchschnittliche Bevölkerung bezogen. Die Zahl der Gestorbenen je 1 000 der Bevölkerung (allgemeine Sterberate), die jünger als 65 Jahre waren, hat sich 2020 gegenüber den Vorjahren nicht oder kaum verändert. Dagegen hat die Zahl der Gestorbenen je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner in den Altersgruppen ab 65 Jahren sichtbar zugenommen. Im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 starben von 1 000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Alter von 65 bis unter 75 Jahren 16 Personen, im Alter von 75 bis unter 85 Jahren 43 sowie im Alter von 85 Jahren und mehr Jahren 153. Für das Jahr 2020 erhöhte sich die allgemeine Sterberate bei den 65- bis unter 75-Jährigen auf 17, bei den 75- bis unter 85-Jährigen auf 46 und bei den 85-Jährigen und älteren auf 173 Gestorbene je 1 000 der Bevölkerung in der jeweiligen Altersgruppe.

Regionale Entwicklungen 2020 im Vergleich zu 2015 bis 2019

Die 2 Balkendiagramme zeigen die Sterbefälle 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 sowie die Sterbefälle je 1000 Personen für die Kreisfreien Städte und Landkreise. In allen Regionaleinheiten haben die Sterbefälle 2020 zugenommen.

Der Anstieg der Sterbefälle 2020 gegenüber dem Mittel der Jahre 2015 bis 2019 lässt sich für alle Kreisfreien Städte und Landkreise feststellen, wobei die Veränderungen auch aufgrund der differierenden Altersstruktur sehr unterschiedlich ausfielen. Die Kreisfreie Stadt Leipzig mit einem Anstieg um 6 Prozent sowie der Landkreis Leipzig mit einem Anstieg um 4 Prozent wiesen eine geringere Veränderungsrate auf. Auch mit einer Veränderungsrate von 9 Prozent bzw. 10 Prozent verzeichneten der Landkreis Nordsachsen sowie der Vogtlandkreis einen geringeren Anstieg der Sterbefälle als im sächsischen Durchschnitt mit 13 Prozent. Dagegen stieg in den Landkreisen Görlitz (19 Prozent), Meißen (20 Prozent) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (21 Prozent) die Zahl 2020 gegenüber dem Mittel der Jahre 2015 bis 2019 stärker als in Sachsen insgesamt an. 

Auch die allgemeine Sterberate (Gestorbene je 1 000 der Bevölkerung in der jeweiligen Altersgruppe) stieg 2020 in allen Kreisfreien Städten und Landkreisen. Auf Ebene des Freistaates Sachsen starben 2020 rund 2 Personen je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Während auch bei der allgemeinen Sterberate der Landkreis Leipzig sowie die Kreisfreie Stadt Leipzig einen sehr geringen Anstieg verzeichneten, starben beispielsweise im Landkreis Görlitz 2020 rund 3 Personen je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner mehr als im Durchschnitt der vorangegangenen Jahre.

Zahlen und Fakten als Excel-Arbeitsmappe

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