Hauptinhalt

Corona Spezial: Wanderungen in Sachsen

Letzte Aktualisierung: 30.08.2022

Die Entwicklung der Wanderungen seit 2020 im Vergleich zu 2018 und 2019 nach Berichtsmonaten

Die Balkengrafik zeigt die Entwicklung der Zu- und Fortzüge über die Landesgrenze Sachsens 2018 bis 2021 nach Berichtsmonaten. Als Linie ist das Wanderungssaldo dargestellt. In den Monaten März und April 2020 gingen die Wanderungen deutlich zurück.

Die Daten der Wanderungsstatistik wiesen eine deutliche Abnahme der registrierten Zu- und Fortzüge ab März 2020 auf. Nach Auswertung der Ergebnisse der Wanderungsstatistik wurden in Sachsen 2020 knapp 87 000 Zuzüge und 72 600 Fortzüge über die Landesgrenze registriert. Daraus resultierte ein positiver Saldo von 14 400 Personen. In den Jahren 2018 und 2019 wurden mit 99 500 bzw. 100 100 Zuzügen rund 12 500 bzw. 13 200 Zuzüge mehr erfasst. Auch die Zahl der Fortzüge war mit 81 500 (2018) bzw. 84 500 (2019) deutlich höher als 2020.

Für 2021 konnten mit 91 700 Zuzügen rund 4 800 Zuzüge mehr als 2020 registriert werden. Die Fortzüge (72 900) lagen dagegen nur leicht (+300) über denen des Vorjahres. Somit stieg der positive Wanderungssaldo 2021 auf 18 800 Personen gegenüber 14 400 im Jahr 2020 an.

Die 3 Grafiken bilden die Zu- und Fortzüge über die Landesgrenze Sachsens sowie den Wanderungssaldo seit 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 nach Berichtsmonaten ab. Im März und April 2020 gingen die Wanderungen zurück.

Aufgrund des geringfügig stärkeren Rückgangs der Zuzüge (-12,9 Prozent) im Vergleich zum Rückgang der Fortzüge (-12,6 Prozent) gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 fiel der positive Wanderungssaldo für 2020 mit 14 400 Personen geringer aus als in den Vorjahren. Die positive Wanderungsbilanz lag im gleichen Zeitraum 2018 noch um 3 600 Personen und 2019 um 1 200 Personen höher als 2020. Von den Monaten Juni bis Dezember wiesen 2020 nur die Monate August sowie November und Dezember höhere Wanderungsgewinne als im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 auf.

Besonders stark gingen sowohl die Zuzüge als auch die Fortzüge im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 in den Monaten März bis Mai 2020 zurück. In diesen drei Monaten wurden durchschnittlich rund 31 Prozent weniger Zuzüge und 25 Prozent weniger Fortzüge registriert, wobei der Monat April 2020 mit Abstand die geringste Wanderungsintensität aufwies. Danach stieg die Zahl der Zu- und Fortzüge bis Oktober 2020 wieder an, blieb aber unter dem Durchschnitt der zwei vorangegangenen Jahre. Im Monat November war die Zahl der Zu- und Fortzüge wieder rückläufig und lag dabei bei den Zuzügen leicht über und bei den Fortzügen leicht unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019. In den Monaten Juni bis Dezember 2020 fanden bei den Zuzügen rund 9 Prozent und bei den Fortzügen etwa 11 Prozent weniger Wanderungen als im vergleichbaren Zeitraum der Jahre 2018 und 2019 statt. Im Monat Juli wurden rund ein Fünftel weniger Zuzüge und Fortzüge registriert.

Auch im Jahr 2021 lagen die Zu- und Fortzüge unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019, lediglich bei den Zuzügen war für die Monate August, November und Dezember 2021 die Zahl höher als im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019. Im Vergleich zu 2020 lässt sich konstatieren, dass nur im Januar und Februar die Zu- und Fortzüge unter dem Niveau des Vorjahres lagen, bei den Fortzügen betraf das zusätzlich die Monate Juni, September und Oktober 2021.

Balkengrafik zeigt Wanderungsaustausch der deutschen Bevölkerung mit dem Bundesgebiet 2018 bis 2021 nach Berichtsmonaten. Als Linie ist das Wanderungssaldo dargestellt. In den Monaten März und April 2020 gingen die Wanderungen deutlich zurück

In den Jahren 2018 und 2019 verzeichnete Sachsen Wanderungsgewinne gegenüber dem Bundesgebiet. Diese Entwicklung setzte sich auch 2020 fort. Sachsen erzielte bei der deutschen Bevölkerung im Jahr 2018 Wanderungsgewinne in Höhe von fast 6 000 Personen sowie im Jahr 2019 von 6 300 Personen. Für 2020 betrug die positive Wanderungsbilanz rund 6 800 Personen und war somit um mehr als 500 Personen höher als 2019. 2021 konnte Sachsen einen positiven Wanderungssaldo von 5 600 Personen erzielen. Er lag jedoch unter den Salden der deutschen Bevölkerung mit dem Bundesgebiet in den Jahren 2018 bis 2020.
Dabei hatte sich die Wanderungsintensität 2020 leicht verringert. In den Monaten März und April 2020 fanden deutlich weniger Wanderungsbewegungen als im gleichen Zeitraum der Vorjahre statt. Die Fortzüge im März und April 2020 gingen gegenüber den Vorjahren um 32 Prozent und die Zuzüge um 25 Prozent zurück. Im gesamten Jahr 2020 kamen rund 5 Prozent bzw. 2 000 Deutsche weniger aus dem Bundesgebiet nach Sachsen. Dieser Trend setzte sich auch bis Oktober 2021 fort. So kamen von Januar bis Oktober 2021 rund 8 Prozent weniger Deutsche aus dem Bundesgebiet nach Sachsen als im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019. Im November und Dezember 2021 übertrafen die Zuzüge der deutschen Bevölkerung aus dem Bundesgebiet den Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019.
Im Jahr 2020 nahmen die Fortzüge um durchschnittlich 8 Prozent bzw. 2 700 Personen im Vergleich zu den beiden Vorjahren ab. Neben der stärkeren Abnahme der Fortzüge im März und April 2020 im Vergleich zu den Zuzügen wirkte sich auch der Nachholeffekt der Zuzüge (+25 Prozent gegenüber den Vorjahren) im November aufgrund des späteren Beginns des Herbstsemesters positiv auf den Wanderungssaldo aus. 2021 wurden mit 33 600 Wanderungsfällen rund 2 000 weniger Fortzüge von Deutschen in das Bundesgebiet erfasst als im Vergleichszeitraum der Jahre 2018 und 2019.

Die 3 Grafiken stellen den Wanderungsaustausch Deutscher mit dem Bundesgebiet seit 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 nach Berichtsmonaten dar. Die Grafiken zeigen den Rückgang der Wanderungen in den Monaten März und April 2020.

Der Wanderungssaldo der deutschen Bevölkerung von 780 Personen im März und April 2020 lag deutlich über den durchschnittlichen Gewinnen von rund 540 Personen in den zwei Vorjahren. Dieser positive Effekt wurde durch einen geringeren positiven Wanderungssaldo insbesondere im Juli 2020 wieder reduziert. Im Berichtmonat November 2020 wurde gegenüber dem Durchschnitt der beiden Vorjahre ein deutlicher Anstieg der Zuzüge, aber nur ein geringer Anstieg der Fortzüge registriert. Der Wanderungssaldo im November 2020 (970 Personen) war damit mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 (440 Personen) und resultiert vermutlich aus dem späteren Semesterbeginn. Im Jahr 2020 hatten sich die Wanderungsgewinne der deutschen Bevölkerung mit dem Bundesgebiet damit um 700 Personen gegenüber dem Mittel der Jahre 2018 und 2019 erhöht.

Beim Wanderungssaldo von 2021 sind keine stark abweichenden Werte gegenüber den Vorjahren erkennbar. Insgesamt wurden mit einem Wanderungsgewinn von 5 600 Personen jedoch geringere Wanderungsgewinne für diesen Zeitraum erzielt als 2020 (6 800 Personen) und im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 (6 100 Personen).

Die Balkengrafik zeigt den Wanderungsaustausch der nichtdeutschen Bevölkerung mit dem Ausland 2018 bis 2021 nach Berichtsmonaten. Als Linie ist das Wanderungssaldo dargestellt. In den Monaten März und April 2020 gingen die Wanderungen stark zurück.

Noch stärker als der Wanderungsaustausch mit dem Bundesgebiet war der Wanderungsaustausch mit dem Ausland insbesondere 2020 von den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie betroffen. 

Im Jahr 2020 kamen 31 300 Nichtdeutsche aus dem Ausland nach Sachsen. Gleichzeitig zogen 21 800 Nichtdeutsche ins Ausland. Im Vergleich zu den Jahren 2018 und 2019 nahmen die Zuzüge um durchschnittlich 24 Prozent und die Fortzüge um durchschnittlich 20 Prozent ab. Dadurch verringerte sich auch die positive Wanderungsbilanz der Nichtdeutschen auf 9 500 Personen und somit um rund 4 200 Personen im Vergleich zum Mittel der beiden Vorjahre mit 13 700 nichtdeutschen Personen. 

2021 kamen mit rund 37 500 Personen rund 6 200 Nichtdeutsche mehr aus dem Ausland nach Sachsen als im Vergleichszeitraum 2020. Gleichzeitig lagen die Fortzüge mit 20 300 Personen leicht unter dem Vorjahresniveau, so dass der positive Wanderungssaldo um 7 700 Personen höher lag als 2020 sowie den Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 um mehr als 3 400 übertraf.

Die 3 Grafiken stellen den Wanderungsaustausch Nichtdeutscher mit dem Bundesgebiet seit 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 nach Berichtsmonaten dar. Die Grafiken zeigen den Rückgang der Wanderungen  insbesondim März und April 2020.

Im Vergleich zu 2018 und 2019 gingen die Zuzüge im Mittel der Monate März und April 2020 um fast die Hälfte (49 Prozent) zurück. Die Fortzüge nahmen im gleichen Zeitraum um 25 Prozent ab. Auch danach war der Wanderungsaustausch 2020 geringer als im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019. So lag die Zahl der Zuzüge von Mai bis Dezember um rund 6 300 Personen bzw. 23 Prozent unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Die Fortzüge Nichtdeutscher in das Ausland erreichten in diesem Zeitraum im Vergleich zu den Vorjahren nur ein Niveau von 76 Prozent bzw. fielen um 4 600 Fortzüge geringer aus.

Bei Fortführung des durchschnittlichen Wanderungssaldos 2018 und 2019 wären für die Monate März und April 2020 Wanderungsgewinne von über 1 300 Personen pro Monat zu erwarten gewesen. Die tatsächlichen Wanderungsgewinne betrugen jedoch nur rund 350 Personen (März) und 60 Personen (April). Zwar nahm der Wanderungsaustausch mit dem Ausland ab Mai 2020 wieder zu, aber insbesondere das Niveau der wanderungsstärksten Monate September und Oktober aus den Vorjahren konnte 2020 nicht erreicht werden.

Der Wanderungsaustausch Nichtdeutscher mit dem Ausland lag auch 2021 unter dem Niveau der Jahre 2018 und 2019. In diesem Zeitraum kamen sowohl 2018 als auch 2019 jeweils rund 41 000 Nichtdeutsche aus dem Ausland nach Sachsen, 2021 dagegen rund 9 Prozent weniger. Aufgrund des deutlich größeren Rückgangs der Fortzüge (-26 Prozent) im Jahr 2021 im Vergleich zum Mittel der Jahre 2018 und 2019 lag der positive Wanderungssaldo von rund 17 100 Personen deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 (13 700) und deutlich über dem Saldo von 9 500 Personen im ersten Pandemiejahr 2020.

Die Balkengrafik zeigt die Wanderungsfälle der deutschen Bevölkerung innerhalb des Freistaates Sachsen 2018 bis Oktober 2021 nach Berichtsmonaten. In den Monaten März und April 2020 gingen auch die Binnenwanderungen zurück.

Weniger stark als der Wanderungsaustausch über die Landesgrenze beeinflusste die Corona-Pandemie das innersächsische Wanderungsvolumen der deutschen Bevölkerung. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 gingen die Binnenwanderungen 2020 um rund 4 Prozent zurück. Damit zogen rund 3 400 deutsche Personen weniger innerhalb Sachsens um als die Entwicklung der zwei vorangegangenen Jahre hätte erwarten lassen. Im Mittel der Jahre 2018 und 2019 verlegten durchschnittlich 94 900 Personen ihren Wohnsitz innerhalb des Freistaates Sachsen. 2020 waren es rund 91 500 Personen der deutschen Bevölkerung. Für 2021 lässt sich eine noch geringere Wanderungsintensität feststellen. Mit 88 900 Umzügen innerhalb des Freistaates zogen fast 3 Prozent weniger um als 2020.

Die Liniengrafik zeigt die Veränderung der Wanderungsfälle innerhalb Sachsens seit 2020 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019. Im März 2020 gingen beispielsweise die Wanderungsfälle um über 30 Prozent zurück.

Gleichwohl wirkte der Lockdown im Frühjahr 2020 auf die innersächsische Mobilität. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Vorjahreswerten verringerten sich die Umzüge im März 2020 um 2 300 Personen bzw. 31 Prozent sowie im April 2020 um 1 100 Personen bzw. 15 Prozent. Im Mai und Juni 2020 setzte dann scheinbar ein gewisser Nachholeffekt ein, da die Zahl der Umzüge im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren um 15 Prozent (Mai 2020) bzw. 9 Prozent (Juni 2020) anstiegen. Darüber hinaus lässt sich feststellen, dass die Mobilität der deutschen Bevölkerung in den Monaten September, Oktober und November 2020 im Vergleich zu 2018 und 2019 kaum höher bzw. geringer war. Obwohl im Jahr 2021 ebenfalls deutliche Einschränkungen in öffentlichen und privaten Bereichen bestanden, wirkte dies 2021 nicht mehr so stark auf das Binnenwanderungsverhalten. Mit 15 Prozent geringerer Binnenwanderungsintensität bei den Deutschen wies der Monat Januar 2021 noch die größte Abweichung zum Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 auf. Von April bis Juli 2021 lagen die Binnenwanderungen durchschnittlich 7 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019. Im August und September, mit dem potenziellen Ausbildungsbeginn, konnte das Niveau der Jahre 2018 und 2019 fast erreicht werden. Dagegen wurden im Oktober 2021 etwa 14 Prozent weniger Binnenwanderungen gezählt als im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019.

Zahlen und Fakten als Excel-Arbeitsmappe

zurück zum Seitenanfang