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Statistisch betrachtet: Corona in Sachsen

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Im ersten Quartal 2020 lag die Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort nur knapp unter dem Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal setzte mit 1,3 Prozent ein deutlicher Rückgang ein. Im zweiten Quartal 2009 – Wirtschaftskrise - betrug der Rückgang 0,6 Prozent.
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Im April 2020 sank die Zahl der Ankünfte auf Campingplätzen im Vergleich zum Vorjahresmonat nahezu auf null. Im Juni lag sie nur noch ein Zehntel unter und im Juli und August deutlich über den jeweiligen Vorjahreswerten. Zuletzt war es ein Viertel mehr.
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Die Bettenauslastung in den Beherbergungsstätten insgesamt ging im April 2020 auf nur noch gut zehn Prozent zurück, in der Hotellerie wurde der Zehn-Prozent-Wert sogar noch unterschritten. Die Zimmerauslastung in der Hotellerie lag bei elf Prozent.

Die Analyse der Wirtschaftsentwicklung in Sachsen im 1. Halbjahr 2020 für ausgewählte Wirtschaftsbereiche bezieht den möglichen Einfluss der Corona-Pandemie ein.

Ein Vergleich zu Entwicklungen in den Jahren 2008/2009 mit der Finanz- und Wirtschaftskrise erfolgt, soweit statistische Daten dies gestatten.

Konjunktur aktuell

Konjunkturdaten zur aktuellen Wirtschaftsentwicklung im Freistaat Sachsen stehen unter »Daten und Fakten« bereit:  

Umsatz

Der Gesamtumsatz der Industriebetriebe mit 50 und mehr tätigen Personen ging bereits seit dem vierten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahresquartal tendenziell zurück. Im zweiten Quartal 2020 erreichte der Umsatzrückgang eine Größe von 23 Prozent.

Der Gesamtumsatz im Verarbeitenden Gewerbe sowie Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden (Betriebe mit 50 und mehr tätigen Personen) lag im 1. Halbjahr 2020 bei 25,7 Milliarden Euro, 14,9 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Zum Vergleich, während der Wirtschaftskrise betrug der Umsatzrückgang 21,4 Prozent im 1. Halbjahr 2019 gegenüber dem 1. Halbjahr 2008.

Bereits 2019 war der Gesamtumsatz in der Industrie um knapp zwei Prozent gesunken. In den ersten beiden Monaten 2020 setzte sich diese Entwicklung fort, um sich ab März 2020 zu verstärken. Das heißt, der Lockdown infolge der Corona-Pandemie verstärkte die bereits vorhandene rückläufige Umsatzentwicklung in der sächsischen Industrie.

Überdurchschnittliche Umsatzrückgänge im 1. Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum meldeten die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit knapp 30 Prozent und der Maschinenbau mit gut 20 Prozent. Einzelne Industriebereiche wiesen allerdings auch einen gestiegenen Gesamtumsatz aus, neben der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (plus vier Prozent) zum Beispiel auch die Herstellung von chemischen bzw. pharmazeutischen Erzeugnissen (jeweils rund zwei Prozent mehr).

Bezogen auf die Geschäftstätigkeit im Inland und Ausland war die Umsatzentwicklung im 1. Halbjahr 2020 in der Tendenz gleich. Während der Inlandsumsatz jedoch nur um 9,4 Prozent zurückging, sank der Auslandsumsatz dagegen um 23,4 Prozent, im 2. Quartal 2020 allein um über ein Drittel.

Tätige Personen

Die Beschäftigtenzahl der Industriebetriebe mit 50 und mehr tätigen Personen ging im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal bereits seit dem vierten Quartal 2019 zurück. Im ersten und zweiten Quartal verstärkte sich die negative Entwicklung.

Die tätigen Personen im Verarbeitenden Gewerbe sowie Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden zeigen eine gewisse wellenförmige Entwicklung. Bereits 2019 flachte der Beschäftigtenanstieg ab und im 4. Quartal 2019 lag das Beschäftigtenniveau leicht unter dem des Vorjahresquartals. Im 1. Halbjahr 2020 setzte sich der Rückgang fort, sodass zum Ende des 1. Halbjahres 2020 die Zahl der tätigen Personen in der Industrie bei gut 237 000 lag, reichlich ein Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert von gut 239 000 Personen. Verglichen mit den Jahren der Wirtschaftskrise 2009/2010 fällt der Beschäftigtenrückgang deutlich geringer aus. Ein Grund dafür dürften die Regelungen zum Kurzarbeitergeld sein.

Umsatz

Der Gesamtumsatz der Betriebe im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr tätigen Personen lag im ersten Halbjahr 2020 gut drei Prozent über dem Vorjahreswert. Während der Wirtschaftskrise hatte der Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2019 sieben Prozent betragen.

Der Gesamtumsatz im Bauhauptgewerbe (Betriebe mit in der Regel 20 und mehr tätigen Personen) erreichte im 1. Halbjahr 2020 eine Höhe von 2,6 Milliarden Euro, 3,2 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Seit Ende 2015 weist der Gesamtumsatz des sächsischen Bauhauptgewerbes eine steigende Tendenz auf. Bei der Interpretation der Höhe der vierteljährlichen Wachstumsraten ist jedoch zu beachten, dass die Abrechnung größerer Bauaufträge von Jahr zu Jahr nicht der gleichen Saisonfigur folgt.

Während der Wirtschaftskrise hatte der Umsatzrückgang im 1. Halbjahr 2019 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 6,9 Prozent betragen. Allerdings sanken die Umsätze im Bauhauptgewerbe bereits im 4. Quartal 2008. (Hinweis: Der Rückgang im 1. Quartal 2010 ist größten Teils ein Basiseffekt.)

Tätige Personen

Die Beschäftigtenzahl im Bauhauptgewerbe erhöhte sich im Vorjahresvergleich seit 2016. Ende des ersten Halbjahres 2020 lag sie bei 34 271 Personen, 1,3 Prozent über dem Vorjahresstand. Im zweiten Quartal 2020 hatte sich der Zuwachs abgeflacht.

Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen stieg seit 2016 im Vorjahresvergleich durchweg. Ende des 1. Halbjahres 2020 lag diese Zahl bei 34 271 Personen, 1,3 Prozent über dem Vorjahresstand. Im Verlaufe des Jahres 2020 flachte der Zuwachs im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum zwar ab, es blieb aber eine positive Tendenz.

Auftragseingang, Auftragsbestand

Beim Auftragseingang als zeitlich vorlaufenden Indikator ist im 1. Halbjahr 2020 kein stärkerer Rückgang erkennbar. Der Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe lag Ende des 1. Halbjahres 2020 bei 3,7 Milliarden Euro, 1,6 Milliarden Euro im Hochbau und 2,1 Milliarden Euro im Tiefbau. Insgesamt waren das rund drei Prozent mehr als zum entsprechenden Vorjahresstand. Die Reichweite des Auftragsbestandes betrug nach vorläufigen Berechnungen siebeneinhalb Monate. Das entspricht der Reichweite des Auftragsbestandes Ende des 1. Halbjahres 2019.

Umsatz im Einzel- und Kfz-Handel

Der Umsatz in jeweiligen Preisen im Einzelhandel stieg im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum tendenziell an. Im Kraftfahrzeughandel brach der Umsatz im April stark ein, erholte sich aber bis zur Jahresmitte wieder.

Der Umsatz im Einzelhandel (in jeweiligen Preisen) zeigte im 1. Halbjahr 2020 eine steigende Tendenz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ende des 1. Halbjahres 2020 erreichte die Messzahl (2015 = 100) einen Wert von 121,6. Das waren knapp zwölf Prozentpunkte mehr als Ende des 1. Halbjahres 2019 mit 109,8. Im April 2020 ging der Umsatz im Vergleich zum März etwas zurück.

Der Umsatz im Kraftfahrzeughandel (in jeweiligen Preisen) wies im 1. Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine rückläufige Tendenz auf. Ende des 1. Halbjahres 2020 erreichte die Messzahl (2015 = 100) mit einem Wert von 118,0 zwar fast das Umsatzniveau des 1. Halbjahres 2019 von 121,1, die Saisonfigur des Kurvenverlaufes der Monatswerte im 1. Halbjahr unterscheidet sich jedoch grundsätzlich. Im April sackte die Umsatzmesszahl auf 85,3 ab und  lässt die Auswirkung der Corona-Pandemie deutlich erkennen. 

Umsatz in ausgewählten Abteilungen des Einzelhandels

Einzelne Abteilungen des Einzelhandels wiesen im ersten Halbjahr 2020 abweichende Entwicklungen auf. So erhöhte sich der Umsatz im Online-Handel 2020 im März und April 2020 beträchtlich und flachte in den Folgemonaten wieder langsam ab.

Einzelne Abteilungen des Einzelhandels wiesen im 1. Halbjahr 2020 Entwicklungen auf, deren Saisonverläufe sich von denen der Vorjahre unterscheiden. Der Umsatz in der Abteilung »Apotheken, Einzelhandel mit medizinischen, orthopädischen und kosmetischen Artikeln« ging im März 2020 leicht nach oben. Diese Entwicklung setzte sich jedoch im 2. Quartal nicht fort. Man kann vermuten, dass dieser Umsatzanstieg im März 2020 bei diesen Warengruppen mit dem beginnenden Lockdown in Zusammenhang steht.

Zum „Einzelhandel nicht in Verkaufsräumen“ gehört auch der sogenannte Online-Handel. Hier nahm der Umsatz (in jeweiligen Preisen) ab März 2020 einen von den Vorjahren völlig abweichenden Verlauf. Während in den Vorjahren beginnend vom „Februar-Tiefstwert“ von Monat zu Monat nur ein vergleichsweise leichter Anstieg „bis zum Weihnachtsgeschäft im Dezember“ zu beobachten war, erhöhte sich der Umsatz im März und April 2020 sehr deutlich und flachte in den Folgemonaten wieder langsam ab. Ende des 1. Halbjahres 2020 lag die Umsatzmesszahl mit 159,7 um 35 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Das entspricht einem prozentualen Wachstum von rund 28 Prozent. Diese Entwicklung dürfte eine direkte Folge der Corona-Pandemie sein.

Tätige Personen

Im ersten Halbjahr 2019 stagnierte die Beschäftigung faktisch. Erst im zweiten Halbjahr setzte eine Aufwärtsentwicklung ein. Im ersten Halbjahr 2020 schwankten die monatlichen Messzahlen leicht,  tendenziell stagnierte die Beschäftigtenzahl.

Die Analyse der Beschäftigtenentwicklung im Einzelhandel (ohne Kraftfahrzeughandel) im 1. Halbjahr 2020, wie sie sich statistisch abbildet, ist schwierig. Im 1. Halbjahr 2018 und 2019 stagnierte die Beschäftigung faktisch. Erst im 2. Halbjahr setzte eine tendenzielle Aufwärtsentwicklung ein. Im 1. Halbjahr 2020 bewegte sich die monatliche Messzahl zwischen Werten von 104,0 und 104,6, stagnierte also faktisch auch. Eine abweichende Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren ist für das 1. Halbjahr beim gegenwärtigen Datenstand nicht erkennbar. Auch hier sei auf die Regelungen zur Kurzarbeit verwiesen.

Im Kraftfahrzeughandel war die Beschäftigtenentwicklung im ersten Halbjahr 2020  deutlich rückläufig. Davon sind besonders die Teilzeitbeschäftigten betroffen. In den Monaten April und Mai 2020 war der Rückgang hier am höchsten.

Im Kraftfahrzeughandel war die Beschäftigtenentwicklung im 1. Halbjahr 2020 indes deutlich rückläufig. Im Januar 2020 lag die Messzahl (2015 = 100) bei 109,3 und im Juni 2020 bei 106,9. Das entspricht einem Rückgang von 2,4 Prozentpunkten bzw. reichlich zwei Prozent. Von dieser Entwicklung sind besonders die Teilzeitbeschäftigten betroffen. In den Monaten April und Mai 2020 war der Rückgang hier am höchsten.

Ausfuhr

Die Ausfuhren des Freistaates Sachsen insgesamt waren bereits 2018 leicht rückläufig und 2019 faktisch stagnierend. Im ersten Halbjahr 2020 lag der Wert der Ausfuhren um 17,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

Die Ausfuhren des Freistaates Sachsen insgesamt waren bereits 2018 leicht rückläufig (minus 1,9 Prozent) und 2019 faktisch stagnierend (minus 0,5 Prozent). Im 1. Halbjahr 2020 lag der Wert der Ausfuhren um 17,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Im 1. Quartal 2020 war der Rückgang mit 6,0 Prozent noch vergleichsweise moderat, doch im 2. Quartal kam der Einbruch mit fast 29 Prozent. Der Rückgang der Ausfuhren aus Sachsen wurde wesentlich durch Fertigwarenenderzeugnisse getragen.

Bei den Ausfuhren in die EU-Mitgliedsländer fiel der Rückgang im 1. Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 34 Prozent überdurchschnittlich aus. Während er im 1. Quartal 2020 noch gut 22 Prozent betrug, war er im 2. Quartal  mit 46 Prozent doppelt so hoch.

Einfuhr

Die Einfuhren nach Sachsen zeigten 2019 eine positive Entwicklung. Im ersten Quartal 2020 kehrte sich die Tendenz um. Der Rückgang verstärkte sich im zweiten Quartal auf 16 Prozent.

Die Einfuhren nach Sachsen zeigten 2018 und insbesondere 2019 eine positive Entwicklung. Erst im 1. Quartal 2020 kehrte sich die Tendenz um. Mit 2,0 Prozent war der Rückgang jedoch noch relativ moderat, verstärkte sich allerdings im 2. Quartal mit knapp minus 16 Prozent, so dass im 1. Halbjahr 2020 die Einfuhren insgesamt um 8,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert lagen. Der Rückgang bei den Einfuhren ging ebenfalls maßgeblich auf Fertigwarenenderzeugnisse zurück, doch wurden auch Fertigwarenvorerzeugnisse sowie Rohstoffe und Halbwaren weniger eingeführt.

Bei den Einfuhren aus den EU-Mitgliedsländern setzte bereits im 4. Quartal 2019 ein leichter Rückgang ein, der auch im 1. Quartal 2020 in dem Maße zu beobachten war. Im 2. Quartal gingen die Einfuhren gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum jedoch um 29 Prozent zurück. Der prozentuale Rückgang war nahezu doppelt so hoch wie bei den Einfuhren insgesamt. Für das 1. Halbjahr 2020 ergab dies einen Rückgang von 17 Prozent.

Gesamtumsatz

Der Umsatz im Gastgewerbe brach im ersten Halbjahr 2020 stark ein. Die Umsatzmesszahl erreichte im April 2020 mit 27,7 ihren tiefsten Wert. Ab Mai 2020 setzte eine Erholung ein. Ende des ersten Halbjahres 2020 stand die Umsatzmesszahl bei 86,8.

Der Umsatz im Gastgewerbe brach im 1. Halbjahr 2020 stark ein. Bis Februar 2020 verlief die Umsatzentwicklung saisontypisch. Das heißt, nach dem starken Rückgang vom Dezember des Vorjahres zu Januar 2020 stagnierte er im Februar. Die Messzahl (2015 = 100) lag mit 96,2 (in jeweiligen Preisen) sogar etwas über dem Wert des Vorjahresmonats.

Ab März 2020 machte sich jedoch der Lockdown bemerkbar. Die Umsatzmesszahl erreichte im April 2020 mit 27,7 ihren tiefsten Wert. Das bedeutet, in diesem Monat wurde im sächsischen Gastgewerbe nur noch gut ein Viertel der Umsätze im Vergleich zum Monatsmittel des Basisjahres 2015 erwirtschaftet. Ab Mai 2020 setzte eine langsame Erholung ein. Ende des 1. Halbjahres 2020 stand die Umsatzmesszahl bei 86,8. In den Urlaubs- und Ferienmonaten Juli und August stieg sie wieder, zuletzt (August) auf 118,2.

Im Hinblick auf den zu erwartenden Jahresumsatz 2020, dürften die Umsatzergebnisse der Vorjahre allerdings verfehlt werden. Zuletzt (2018) betrug der Umsatz der Unternehmen (rechtliche Einheiten) des Gastgewerbes in Sachsen 3,1 Milliarden Euro.

Tätige Personen

Die Messzahl der Beschäftigten im Gastgewerbe brach im April 2020 ein. Dabei waren die Teilzeitbeschäftigten besonders stark betroffen. Der Rückgang im Vergleich zum Jahresanfang lag hier in einer Größenordnung von knapp 30 Prozent.

Die Beschäftigtenentwicklung folgt, wie auch in anderen Wirtschaftszweigen, der Umsatzentwicklung leicht zeitversetzt. Bis März 2020 zeigt die Messzahl der Beschäftigten im Gastgewerbe (2015 = 100) einen nahezu saisontypischen Verlauf. Im April 2020 brach die Beschäftigung insgesamt ein, wobei die Teilzeitbeschäftigten besonders stark betroffen waren. Der Rückgang im Vergleich zum Jahresanfang lag hier in einer Größenordnung von knapp 30 Prozent. Ende des 1. Halbjahres 2020 stieg die Beschäftigtenmesszahl wieder auf 93,2, für die Vollzeitbeschäftigten auf 100,4, die Teilzeitbeschäftigten auf 88,1.

Hinweis: Alle Messzahlen sind vorläufig und können sich vor allem am aktuellen Rand monatlich leicht verändern.

Beherbergungsgewerbe

Zum Beherbergungsgewerbe haben wir eine ausführliche Halbjahresbilanz im Rahmen unserer Reihe „Im Blickpunkt“ veröffentlicht.

Umsatz

Im ersten Halbjahr 2020 sanken die Umsätze in den Sonstigen Dienstleistungsbereichen. Den stärksten Umsatzrückgang von einem Viertel gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 meldete der Bereich „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“.

Im 1. Halbjahr 2020 sanken die Umsätze in vielen weiteren Dienstleistungsbereichen unter anderem als Folge der Corona-Pandemie. Den stärksten Umsatzrückgang von einem Viertel gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 meldete der Bereich »Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen«. Hierzu gehören u. a. Reisebüros und Reiseveranstalter. Im Bereich »Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen« sank der Umsatz im gleichen Zeitraum um rund sechs Prozent, im Bereich »Lagerei und Verkehr« um neun Prozent und im Bereich »Information und Kommunikation« um sieben Prozent.

Tätige Personen

Die Beschäftigtenentwicklung in den dargestellten vier Dienstleistungsbereichen verlief unterschiedlich. Im Bereich „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ ging die Beschäftigtenzahl schon seit 2018 stetig zurück (Arbeitskräfteüberlassung).

Die Beschäftigtenentwicklung in diesen vier Dienstleistungsbereichen verlief unterschiedlich. Im Bereich »Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen« ging die Beschäftigtenzahl schon seit 2018 stetig zurück. Das dürfte in erster Linie auf die »Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften« zurückzuführen sein. Die auch unter dem Begriff »Leiharbeiter« erfassten Personen werden statistisch hier erfasst, nicht in dem Wirtschaftsbereich, in dem sie tätig sind. Der kräftige Rückgang der Beschäftigtenzahl im 1. Quartal 2020 dürfte sowohl durch den Bereich »Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften« als auch andere Bereiche verursacht worden sein. Im Bereich »Information und Kommunikation« ist zwar auch im 1. Halbjahr 2020 eine positive Beschäftigtenentwicklung festzustellen, die Höhe des Zuwachses verringerte sich jedoch deutlich.

Arbeitslose

Im März 2020 erreichte die Zahl der Arbeitslosen ihren bisherigen niedrigsten Jahreswert. Danach erhöhte sich die Arbeitslosenzahl wieder. Relativ waren die Frauen stärker von zunehmender Arbeitslosigkeit betroffen als die Männer.

Die durchaus unterschiedlichen Beschäftigtenentwicklungen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen im 1. Halbjahr 2020 münden letztendlich auf dem Arbeitsmarkt in gestiegenen Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen.

Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat Sachsen lag im Januar 2020 saisonal bedingt deutlich über dem Vormonatswert (Dezember 2019) und ging in den beiden Folgemonaten leicht auf 116 570 Personen zurück. Während in den Jahren 2018 und 2019 die Arbeitslosenzahl auch in den Monaten ab März weiter sank, um im Mai oder Juni einen Tiefstwert zu erreichen, setzte im April und Mai 2020 ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen ein. Der Lockdown bewirkte eine Reihe von Entlassungen. Ende des 1. Halbjahres waren 133 721 Arbeitslose registriert. Der bisher höchste Monatswert lag im August 2020 bei 137 926 Arbeitslosen, wobei hier auch ein saisonaler Effekt nicht unberücksichtigt bleiben darf. Junge Menschen, die ihren jeweiligen Berufsabschluss erlangt haben, sind auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Ende des 3. Quartals 2020 verringerte sich die Arbeitslosenzahl wieder auf 132 841 Personen.

Kurzarbeiter

2019 erreichte die maximale Zahl der Kurzarbeiter eine Größenordnung bis 25 000 Personen. Im März 2020 schnellte die Zahl der Kurzarbeiter jedoch auf 168 107 Personen. Die angezeigte Kurzarbeit betrug im April 2020 rund 350 000 Personen.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen als Auswirkung der Corona-Pandemie ab April 2020 fiel jedoch deutlich niedriger aus, als man das hätte erwarten können, da die gesetzlich ausgeweitete Kurzarbeiterregelung eine höhere Arbeitslosigkeit verhinderte. Aus der Abbildung ist erkennbar, dass sich 2018 und 2019 die maximale Zahl der Kurzarbeiter im Freistaat Sachsen in den Wintermonaten in einer Größenordnung bis ungefähr 25 000 Personen bewegte. Im Februar 2010 waren es saisonüblich 25 989. Im März 2020 schnellte die Zahl der Kurzarbeiter jedoch auf 168 107 Personen.

Die weitere Entwicklung der Kurzarbeiterzahlen kann man hilfsweise durch die »angezeigte Kurzarbeit« ersehen. Im April 2020 waren in Anzeigen von Unternehmen 351 850 Personen zur Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) angemeldet. Ab Mai 2020 sanken diese Zahlen wieder stärker.

Hinweis: Die Kurzarbeiterzahlen werden durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Vergleich zu den Arbeitslosendaten mit sechs Monaten Zeitverzug veröffentlicht.

Reglementierte Wirtschaftsbereiche ab November 2020 gemäß der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung

In der aktuellen »Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung« des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) vom 12. Februar 2021 sind erneut eine Vielzahl von Bereichen und Einrichtungen der sächsischen Wirtschaft angesprochen, deren Betrieb vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie als grundsätzlich »untersagt« bzw. »zulässig« explizit reglementiert ist. Anhand einer Auswertung des Statistischen Unternehmensregisters zu Rechtlichen Einheiten und deren abhängig, d. h. sozialversicherungspflichtig sowie ausschließlich geringfügig entlohnt, Beschäftigten wurde eine genauere Betrachtung der sächsischen Wirtschaft und damit näherungsweise auch der mit dieser Verordnung angesprochenen Wirtschaftszweige vorgenommen. Die Auswertung wird fortlaufend und anlassbezogen an neue Bekanntmachungen angepasst.

Rechtliche Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen in Sachsen nach Beschäftigtengrößenklassen

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zur Darstellung der Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für zulässige/geöffnete Einrichtungen gemäß der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 30. April 2020.

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zu Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für zulässige/geöffnete Einrichtungen gemäß der aktuellen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung.

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zu Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für untersagte/geschlossene Einrichtungen gemäß der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 30. April 2020.

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zu Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für untersagte/geschlossene Einrichtungen gemäß der aktuellen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung.

Ausgewählte Eckdaten

Rechtliche Einheiten

  • Insgesamt fast 165 000 Rechtliche Einheiten in Sachsen
  • Zusammen nahezu ein Drittel in den Wirtschaftsbereichen Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (27 045) sowie Baugewerbe (26 078)
  • Etwas mehr als 6 000 Einheiten in der »grundsätzlich geschlossenen Wirtschaftsklasse« Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés, Eissalons u. Ä.

Abhängig (sozialversicherungspflichtig sowie ausschließlich geringfügig entlohnt) Beschäftigte

  • Insgesamt knapp 1,34 Millionen Beschäftigte in Rechtlichen Einheiten in Sachsen
  • Mehr als ein Fünftel allein im Verarbeitenden Gewerbe (rund 293 000 Personen)
  • In Krankenhäusern als »durchgängig geöffnete Wirtschaftsklasse« mehr als 70 000 Beschäftigte in lediglich 118 Rechtlichen Einheiten

Anteil der sozialversicherungspflichtig an den abhängig Beschäftigten in ausgewählten Wirtschaftszweigen

  • Gesamtwirtschaftlicher Durchschnitt: 91 Prozent, darunter:
    • Krankenhäuser: 98 Prozent
    • Handel mit Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger: 93 Prozent
    • Frisör- und Kosmetiksalons: 88 Prozent
    • Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés, Eissalons u. Ä.: 68 Prozent
    • Ausschank von Getränken: 54 Prozent

Anteil der Kleinstunternehmen (0 bis unter 10 abhängig Beschäftigte) in ausgewählten Wirtschaftszweigen

  • Gesamtwirtschaftlicher Durchschnitt: 88 Prozent, darunter:
    • Darstellende Kunst: 98 Prozent
    • Frisör- und Kosmetiksalons: 97 Prozent
    • Reisebüros: 95 Prozent
    • Versand- und Internet-Einzelhandel: 93 Prozent
    • Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés, Eissalons u. Ä.: 89 Prozent
    • Hotels, Gasthöfe und Pensionen: 76 Prozent
    • Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, Hauptrichtung Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren: 70 Prozent
    • Soziale Betreuung älterer Menschen und Behinderter: 36 Prozent
    • Krankenhäuser: 10 Prozent

Ergänzende Daten nach Wirtschaftsabschnitten und Beschäftigtengrößenklassen

Reglementierte Wirtschaftsbereiche

In den Allgemeinverfügungen bzw. Corona-Schutz-Verordnungen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) sind eine Vielzahl von Bereichen und Einrichtungen der sächsischen Wirtschaft angesprochen, deren Betrieb vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie von Mitte März 2020 bis mindestens Anfang Mai 2020 als »durchgängig zulässig« bzw. »vorübergehend untersagt« explizit reglementiert war. Anhand einer Auswertung des Statistischen Unternehmensregisters zu Rechtlichen Einheiten und deren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wurde eine genauere Betrachtung der sächsischen Wirtschaft und damit näherungsweise auch der mit diesen Bekanntmachungen angesprochenen Wirtschaftszweige vorgenommen.

Rechtliche Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen in Sachsen nach Beschäftigtengrößenklassen

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zur Darstellung der Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für zulässige/geöffnete Einrichtungen gemäß der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 30. April 2020.

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zur Darstellung der Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für im Zeitraum von März bis Mai 2020 zulässige/geöffnete Einrichtungen gemäß der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung.

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zu Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für untersagte/geschlossene Einrichtungen gemäß der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 30. April 2020.

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm zu Rechtlichen Einheiten in ausgewählten Wirtschaftsklassen nach Beschäftigtengrößenklassen für im Zeitraum von März bis Mai 2020 untersagte/geschlossene Einrichtungen gemäß der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung.

Ausgewählte Eckdaten

Wirtschaftsbereiche mit den höchsten Anteilen der Kleinstunternehmen (0 bis 9 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte)

Der Durchschnitt der Gesamtwirtschaft beträgt 89 Prozent, darunter:

  • Frisör- und Kosmetiksalons: 97 Prozent,
  • Versand- und Internet-Einzelhandel: 94 Prozent,
  • Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen: 93 Prozent,
  • Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés usw.: 93 Prozent,
  • Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, Hauptrichtung Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren: 71 Prozent.

Krankenhäuser

  • Als »durchgängig geöffnete Einrichtungen« mit den meisten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (68 000) in 114 Rechtlichen Einheiten,
  • Anteil der Kleinstunternehmen mit 0 bis 9 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt hier unter 10 Prozent.

»Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen« sowie »Baugewerbe«

  • Ein Drittel aller Rechtlichen Einheiten in Sachsen entfallen auf diese beiden Wirtschaftsbereiche, jeweils rund 27 Tausend Einheiten.

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Aktuelle Informationen und Fallzahlen zur Corona-Pandemie stellt Ihnen das Robert Koch Institut bereit.

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Im Statistikportal können Daten für die Recherche zu relevanten Themen (Wirtschaftsdaten, Konjunkturindikatoren, Gesundheit, Bevölkerung und Bildung) online abgerufen werden. Hierbei ist zu beachten, dass diese Daten erst mit einem zeitlichen Abstand zu einem Erhebungszeitraum (Monat, Quartal bzw. Jahr) vorliegen, so dass das derzeitige Datenangebot noch keine Auswirkungen der Corona-Pandemie aufzeigen kann.

Das Statistische Bundesamt stellt ebenfalls statistische Ergebnisse auf einer Sonderseite dar. 

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