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Wirtschaftliche Situation von Familien

Letzte Aktualisierung: 4. September 2023

Wesentliche Quellen für den Lebensunterhalt

Bei der Mehrheit der Familien (89 Prozent) bezogen 2021 die Bezugspersonen die finanziellen Mittel für den Lebensunterhalt überwiegend aus ihrer eigenen Erwerbstätigkeit. Arbeitslosengeld I und II einschließlich Sozialgeld, Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, Eingliederungshilfe sowie Hilfe zur Pflege waren bei knapp 7 von 100 Bezugspersonen die wichtigsten Einkommensquellen, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Am häufigsten bestritten in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft lebende Familienväter den Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Erwerbstätigkeit (92 bzw. 93 Prozent). Bei Paargemeinschaften wurde die wirtschaftliche Situation ggf. noch verbessert, wenn beide Partner ihr Einkommen überwiegend aus Erwerbstätigkeit bezogen. Das war bei 78 Prozent der verheirateten und 76 Prozent der in Lebensgemeinschaften lebenden Paare der Fall.

Von den Alleinerziehenden konnten nur rund 75 Prozent überwiegend von der eigenen Erwerbstätigkeit leben. Sie waren besonders häufig auf staatliche Unterstützungen angewiesen. 2021 stellten für fast 17 Prozent der Familien von Alleinerziehenden Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und ähnliche Sozialleistungen die wichtigsten Quellen für ihren Lebensunterhalt dar. Bei Bezugspersonen von Paaren mit Kindern waren es weniger als 4 Prozent. »Aufstockerfamilien«, die aufgrund niedriger Einkommen oder Notlagen zusätzliche staatliche Hilfen erhielten, sind nur enthalten, wenn die Höhe der Hilfen das Erwerbseinkommen übersteigt.

Nettoeinkommen von Familien

Dieses Balkendiagramm zeigt die Höhe des Mittleren monatlichen Nettoeinkommens (Median) von Familien mit minderjährigen Kindern in Sachsen 2021 nach Familientypen. Es ist zu sehen, dass Familien Verheirateter über das höchste Einkommen verfügen.

Art der Einkommen und Zahl der Einkommensbezieher beeinflussten die Höhe der Nettoeinkünfte, welche den Familien zur Bestreitung ihrer Ausgaben zur Verfügung standen. Zu den Einkommen gehören neben Erwerbseinkommen zum Beispiel auch Unternehmereinkommen, Rente, Pension, öffentliche Unterstützungen, Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, Arbeitslosengeld beziehungsweise -hilfe, Kindergeld, Wohngeld, Sachbezüge aller Familienmitglieder.

Dadurch konnten Paare mit Kindern über höhere Einkommen verfügen als Alleinerziehende. Als Vergleichswert kann hier das mittlere monatliche Nettoeinkommen (Median) betrachtet werden. Das höchste monatliche Nettoeinkommen erzielten Ehepaare mit Kindern. Ihnen standen 2021 im Mittel rund 4.066 Euro zur Verfügung. Lebensgemeinschaften mit Kindern hatten ein mittleres finanzielles Budget von monatlich 3.666 Euro. Familien von Alleinerziehenden mussten im Mittel mit 1.963 Euro auskommen.

Von den Paaren mit Kindern befanden sich mehr als zwei Drittel in den Einkommensgruppen zwischen 3.000 und 7.000 Euro. Dagegen musste mehr als jede zweite Familie von Alleinerziehenden mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 2.000 Euro auskommen.

Armutsgefährdung

Bei Alleinerziehenden war entsprechend der Einkommenssituation auch die Armutsgefährdung (gemessen am Landesmedian) deutlich höher als in Paarfamilien. Hier war mehr als ein Drittel armutsgefährdet (34,5 Prozent).

In Haushalten, in denen ein oder zwei Kinder mit zwei Erwachsenen zusammenlebten, waren nur 5,5 Prozent bzw. 7,0 Prozent armutsgefährdet. Die Armutsgefährdung stieg allerdings auf 23,6 Prozent, wenn drei oder mehr Kinder im Haushalt lebten.

Weiterführende Informationen

Daten zur Armutsgefährdung entstammen der Sozialberichterstattung von Bund und Ländern.

Einkommen, Armutsgefährdung und soziale Lebensbedingungen | Statistikportal.de

Definition

Weitere Informationen zu Definitionen zum Thema finden Sie in unserem Glossar.

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