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Statistisch betrachtet: Industrie in Sachsen

Industriekultur 1991 bis 2019

Im Jahr 2020 findet die 4. Sächsische Landesausstellung unter dem Thema  »Industriekultur in Sachsen« statt. An mehreren Orten kann die historische Entwicklung der Industrie von den Anfängen bis heute in Ausstellungen besichtigt werden. Der Begriff Industrie schließt in diesem Zusammenhang den Bergbau sowie die Energieversorgung mit ein.  

Aus Anlass dieser Ausstellung widmet sich das Statistische Landesamt dem Thema und stellt auf der Basis der statistisch erhobenen Daten in den kommenden Monaten die Entwicklung der sächsischen Industrie im Zeitraum ab 1991 durch eine Folge von Beiträgen näher vor.

4. Sächsische Landesausstellung

Das Bild zeigt das Plakatmotiv zur 4. Sächsischen Landesausstellung »Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen«.

© polyform. planen und gestalten Götzelmann Middel GbR

Stellung der Industrie des Freistaates Sachsen innerhalb Deutschlands

Bruttowertschöpfung

Der Freistaat Sachsen erbringt seit Mitte der 1990er Jahre im Jahresmittel 3,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bzw. der Bruttowertschöpfung der Bundesrepublik. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes betrug 1995 gut zwei Prozent. Er ist tendenziell gestiegen und lag in den letzten fünf Jahren (2015 bis 2019) bei 3,4 Prozent. Die fünf neuen Flächenländer hatten im gleichen Zeitraum einen Anteil von 8,9 Prozent. Davon entfielen 37,7 Prozent auf den Freistaat Sachsen.  

Vergleicht man den Anteil des jeweiligen Landes an der Erbringung der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung mit dem Anteil des Verarbeitenden Gewerbes, so ist der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes nicht nur in Sachsen, sondern auch in den anderen vier neuen Flächenländern niedriger. Vergleiche dazu ausführlicher die folgenden Karten.

Bruttowertschöpfung Deutschlands insgesamt

Die Karte zeigt den Anteil der 16 Bundesländer an der Bruttowertschöpfung Deutschlands 1995 und 2019. Der Anteil Sachsens beträgt im Jahresmittel seit 1995 3,7 Prozent. Sachsen liegt in der Kartendarstellung in der Größenklasse von 2 bis unter 5 Prozent.

Bruttowertschöpfung Deutschlands im Verarbeitenden Gewerbe

Die Karte zeigt den Anteil der 16 Bundesländer an der Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands 1995 und 2019. Der Anteil Sachsens betrug 1995 2,1 Prozent. Er erhöhte sich bis 2019 auf 3,3 Prozent.

Mehr Daten und Fakten zur Bruttowertschöpfung Deutschlands stehen im gemeinschaftlichen Länder-Internetangebot des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (AK VGRdL) für Sie bereit.

Erwerbstätigkeit

Der Anteil des Freistaates Sachsen an der Zahl der Erwerbstätigen Deutschlands insgesamt geht seit Mitte der 1990er Jahre tendenziell zurück. Lag er 1995 noch bei 5,3 Prozent, so waren es in den letzten fünf Jahren (2015 bis 2019) noch 4,6 Prozent. Die fünf neuen Flächenländer hatten im gleichen Zeitraum einen Anteil von 13,5 Prozent, darunter entfiel auf den Freistaat Sachsen ein reichliches  Drittel.

Die Zahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe des Freistaates Sachsen weist dagegen einen steigenden Anteil am Deutschlandwert auf: von 4,1 Prozent 1995 auf zuletzt 4,7 Prozent (seit 2013). Auf die fünf neuen Länder zusammen entfielen in den letzten fünf Jahren (2015 bis 2019) 12,5 Prozent der Erwerbstätigen des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland. Zu den einzelnen Ländern vergleiche auch die folgenden Karten.

Zahl der Erwerbstätigen Deutschlands insgesamt

Die Karte zeigt den Anteil der 16 Bundesländer an der Zahl der Erwerbstätigen Deutschlands 1995 und 2019. Der Anteil Sachsens betrug 1995 5,3 Prozent und 2019 4,6 Prozent. Dadurch erscheint Sachsen in unterschiedlichen Größenklassen.

Zahl der Erwerbstätigen Deutschlands in Verarbeitenden Gewerbe

Die Karte zeigt den Anteil der 16 Bundesländer an der Zahl der Erwerbstätigen Deutschlands im Verarbeitenden Gewerbe 1995 und 2019. Der Anteil Sachsens erhöhte sich von 4,1 Prozent 1995 auf 4,7 Prozent seit dem Jahr 2013.

Mehr Daten und Fakten zur Erwerbstätigkeit Deutschlands stehen im gemeinschaftlichen Bund-Länder-Internetangebot des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung (AK ETR) für Sie bereit.

Auf den Freistaat Sachsen entfielen 2008 4,2 Prozent der Erwerbstätigen im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden Deutschlands, bis 2018 erhöhte sich dieser Anteil auf 6,3 Prozent. Ähnliche Entwicklungen vollzogen sich auch in den »Braunkohleländern« Sachsen-Anhalt und Brandenburg, so dass sich der Anteil der fünf neuen Flächenländer zusammen von 15 Prozent (2008) auf 22 Prozent (2018) erhöhte. Dahinter versteckt sich allerdings eine strukturelle Verschiebung, denn die absoluten Zahlen der Erwerbstätigen in diesem Wirtschaftsabschnitt sind in den fünf neuen Flächenländern nahezu unverändert geblieben. Der Rückgang des Steinkohlebergbaus in Nordrhein-Westfalen bewirkte hier eine Verringerung der Erwerbstätigen im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden von 2008 zu 2018 um rund 20 000 Personen bzw. 62 Prozent. Dadurch erhöhte sich die relative Bedeutung des Freistaates Sachsen.

Der Freistaat Sachsen bietet sowohl Personen mit Wohnort in Sachsen als auch in anderen Ländern Arbeitsplätze. Im Gegenzug pendelt ein Teil der in Sachsen Wohnenden zu Arbeitsorten in andere Länder. Am 30. Juni 2019 waren unter den 128 455 nach Sachsen einpendelnden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 24 308 Personen, die im Verarbeitenden Gewerbe tätig waren. Das entspricht einem Anteil von fast 19 Prozent. Unter den insgesamt 140 583 Auspendlern waren 25 838 Personen bzw. 18,4 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe der anderen Länder beschäftigt. Der Pendlersaldo des Verarbeitenden Gewerbes wies folglich einen Auspendlerüberschuss von 1 530 Personen auf.

Die engsten Verflechtungen auf dem Feld des Verarbeitenden Gewerbes bestehen zu den unmittelbar benachbarten Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg (jeweils mit einem Einpendlerüberschuss) und Bayern (mit einem deutlichen Auspendlerüberschuss). Näheres vergleiche die Datentabelle zum Download sowie die folgenden Karten.

Pendler über die Grenze des Freistaates Sachsen im Verarbeitenden Gewerbe

Die linke Karte zeigt die Herkunftsgebiete der Einpendler (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Verarbeitenden  Gewerbe mit Arbeitsort in Sachsen). Die rechte Karte analog die Zielgebiete der Auspendler.

Pendlersaldo im Verarbeitenden Gewerbe

Die Karte zeigt den Pendlersaldo der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Verarbeitenden Gewerbes zwischen Sachsen und den anderen Bundesländern. Einen Einpendlerüberschuss hat Sachsen mit seinen Nachbarn Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg.
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