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Statistisch betrachtet: Private Haushalte in Sachsen

Letzte Aktualisierung: 08.03.2021

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Sachsen (98,2 Prozent) lebte 2019 in privaten Haushalten. Lediglich 1,8 Prozent wohnten in Gemeinschaftsunterkünften wie Wohnheimen, Pflegeheimen oder Ähnlichem.

Wie sieht die Lebenssituation der Bevölkerung in privaten Haushalten aus?

Antworten finden Sie auf dieser Themenseite. Es wurden Aussagen zusammengetragen auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus (Zahl der privaten Haushalte, Lebensunterhalt), der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (Geldvermögen, Schulden, Ausgaben, Wohnsituation, Grundvermögen, Ausstattung mit Gebrauchsgütern) sowie der Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (Internetnutzung).

Entwicklung der Zahl der privaten Haushalte

Diese Säulengrafik zeigt die Entwicklung der Anzahl privater Haushalte und der Bevölkerung in den Jahren 1991 bis 2019. Während die Bevölkerungszahl eine sinkende Tendenz zeigt, ist sie bei den Haushalten steigend. 1991 bis 2019 © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Im Jahr 2019 lebten im Freistaat reichlich 4,0 Millionen Personen in rund 2,16 Millionen privaten Haushalten. Gegenüber 1991 waren das etwa 682 000 weniger Personen, aber fast 111 000 private Haushalte mehr. Die durchschnittliche Haushaltsgröße lag bei 1,9 Personen, 1991 betrug sie noch 2,3 Personen. Der Rückgang der Haushaltsgröße ist auf die Zunahme der kleinen Haushalte (mit ein und zwei Personen) zurückzuführen. Diese Entwicklung ist aber kein sächsisches Phänomen, sondern vollzieht sich deutschlandweit.

Ein oder mehrere Kinder unter 18 Jahren lebten 2019 in fast jedem fünften privaten Haushalt in Sachsen. Mindestens eine erwerbstätige Person gab es in fast zwei Dritteln der privaten Haushalte. Senioren im Alter von 65 Jahren und mehr waren in reichlich jedem dritten Haushalt zu finden. Der Anteil der Haushalte, in denen auch oder ausschließlich Nichtdeutsche lebten, lag bei 5,5 Prozent.

Diese gestapelte Balkengrafik zeigt die Anteile der Haushalte nach Haushaltsgröße in den Jahren 1991 und 2000 bis 2019. Es ist zu sehen, dass die Anteile kleinerer Haushalte größer werden. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Einpersonenhaushalte bilden in Sachsen die größte Gruppe der Haushalte. Ihr Anteil nahm seit 1991 stetig zu und erreichte im Jahr 2019 mit 44,9 Prozent einen Höchststand. Im Jahr 1991 war er mit 29,1 Prozent noch deutlich niedriger und lag hinter dem Anteil der Zweipersonenhaushalte (33,7 Prozent). Zweipersonenhaushalte bildeten 2019 mit 35,2 Prozent die zweitgrößte Gruppe.

Damit gehörten 2019 deutlich mehr als drei Viertel aller privaten Haushalte zu den Kleinhaushalten (80,1 Prozent). 1991 waren es noch weniger als zwei Drittel (62,8 Prozent).

Dementsprechend hat sich der Anteil der größeren Haushalte deutlich verringert. So lebten 2019 nur in 10,4 Prozent der Haushalte drei Personen. Noch kleiner fiel der Anteil der Haushalte mit vier Personen (7,4 Prozent) aus und lediglich 2,1 Prozent der Haushalte bestanden aus 5 oder mehr Personen.

Lebensunterhalt

Diese Ringgrafik zeigt die Anteile von privaten Haushalten 2019 nach überwiegendem Lebensunterhalt der Haupteinkommensbezieher/-innen. Das größte Segment mit 56,0 Prozent ist Erwerbs-/Berufstätigkeit gefolgt von Rente/Pension mit 34,9 Prozent. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Die eigene Erwerbstätigkeit war 2019 für mehr als die Hälfte (56,0 Prozent) der Haupteinkommensbezieherinnen und -bezieher die überwiegende Quelle für ihren Lebensunterhalt. Überwiegend von Renten oder Pensionen lebten reichlich ein Drittel der Haupteinkommenspersonen. Der Anteil derer, die ihren Lebensunterhalt durch Arbeitslosengeld I und II bestritten, lag bei 5,4 Prozent.

Einkommensquellen werden im Mikrozensus nicht für einen Haushalt als Ganzes, sondern nur für die einzelnen Personen erhoben. Für Aussagen zum Lebensunterhalt eines Haushaltes werden vor allem die Haupteinkommensbezieherinnen und -bezieher (Person mit dem höchsten monatlichen Nettoeinkommen im Haushalt) betrachtet. 

2019 lag das mittlere monatliche Haushaltsnettoeinkommen (Median) bei 2 068 Euro. Der Median ist der mittlere Wert einer aufsteigend geordneten Datenreihe. Oberhalb beziehungsweise unterhalb des Medians liegt jeweils die Hälfte der Fälle. Je nach Haushaltsgröße und der Zahl der Einkommensbezieherinnen und -bezieher variierten die Werte. Während das mittlere monatliche Einkommen der Einpersonenhaushalte 1 380 Euro betrug, waren es bei Zweipersonenhaushalten 2 511 Euro, bei Dreipersonenhaushalten 3 348 Euro und bei Haushalten mit vier oder mehr Personen 3 755 Euro. Wie sich die Verteilung nach einzelnen Einkommensgruppen darstellt, zeigt folgende Tabelle.

Bei 93 Prozent der Zweipersonenhaushalte gab es zwei Einkommensbezieherinnen bzw. -bezieher. In Dreipersonenhaushalten trugen zum Haushaltseinkommen bei mehr als der Hälfte der Haushalte zwei Personen und bei über jedem dritten Haushalt sogar drei Personen bei. Mehr als zwei Drittel der Haushalte mit vier und mehr Personen hatten zwei Einkommensbezieherinnen bzw. -bezieher und mehr als ein Viertel drei oder mehr.

Für die Höhe der Nettoeinkommen der Haushalte spielen neben der überwiegenden Quelle des Lebensunterhaltes der einzelnen Haushaltsmitglieder auch andere Einkünfte wie z. B. Sozialleistungen oder Einnahmen aus Vermögen oder Vermietung eine Rolle. So können in Mehrpersonenhaushalten z. B. neben dem Erwerbseinkommen der Haupteinkommensbezieherin bzw. des Hautpeinkommensbeziehers auch Sozialleistungen der Partnerin oder des Partners sowie der Kinder oder anderer Personen (wie BAföG, Kindergeld oder die Rente der im Haushalt lebenden Oma) hinzukommen.

Geldvermögen und Schulden

86,9 Prozent der rund 2,1 Millionen privaten sächsischen Haushalte verfügten am 1. Januar 2018 über 86,7 Milliarden Euro Bruttogeldvermögen. Im Durchschnitt besaß jeder Haushalt ein Bruttogeldvermögen in Höhe von 47 100 Euro. 50,0 Prozent und damit die Hälfte dieser Haushalte hatte einen Teil ihres Bruttogeldvermögens in Sparbüchern und 44,8 Prozent in Tagesgeldkonten angelegt. 29,2 Prozent verfügten über Wertpapiere in Form von Aktien, Investmentfonds, sonstigen Wertpapieren und Vermögensbeteiligungen. 60,0 Prozent der Haushalte verfügten über Lebensversicherungen u. Ä. (Lebens- und private Renten-, Sterbegeld, Ausbildungs- und Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr), welche ebenfalls dem Bruttogeldvermögen zugerechnet werden.

Bei der Interpretation der Aussagen ist zu beachten, dass Haushalte mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 18 000 Euro und mehr im Monat unberücksichtigt bleiben. Weiterhin beziehen sich Durchschnittswerte je Haushalt nur auf die Haushalte, die auch Angaben zur Höhe der jeweiligen Art des Vermögens gemacht haben. Mehrfachnennungen bei der Art des Vermögens sind möglich. 

In dieser gestapelten Balkengrafik sind die Geldvermögensbestände von privaten Haushalten in Sachsen und Deutschland von 2018 nach Vermögensarten zu sehen. In Wertpapieren war das meiste Geld angelegt. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Die Höhe der Bruttogeldvermögen variiert stark nach der Anlageart. Wenn das durchschnittliche Vermögen der Haushalte mit Angaben zur jeweiligen Anlageart betrachtet wird, war 2018 das in Wertpapieren deponierte Vermögen mit 32 700 Euro je Haushalt am höchsten. In sonstigen Anlagen bei Banken oder Sparkassen steckten im Schnitt 23 500 Euro und in Lebensversicherungen u. Ä. 21 800 Euro je Haushalt. Auch Tagesgeldkonten mit durchschnittlichen Guthaben von 21 700 Euro waren bei den Geldanlagen von Bedeutung. Auf Sparbüchern der Privathaushalte befanden sich trotz Niedrigzinsen im Durchschnitt immerhin noch 10 000 Euro.

Zwei gegenüberliegende Balkengrafiken für das Jahr 2018 zeigen links die Anzahl privater Haushalte mit Bruttogeldvermögen und Konsumentenkreditschulden und rechts die jeweilige durchschnittliche Höhe je Haushalt nach Haushaltsgröße. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Dem Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte stehen die Kreditrestschulden aus Konsumentenkrediten und Ausbildungskrediten gegenüber. Zum Jahresbeginn 2018 waren 25,5 Prozent der privaten Haushalte mit Konsumentenkreditrestschulden belastet. Die Höhe der Konsumentenkreditrestschuld lag bei durchschnittlich 9 200 Euro. 5,8 Prozent der Haushalte waren 2018 mit Ausbildungskreditrestschulden von durchschnittlich 9 300 Euro je Haushalt belastet.

Sowohl die Höhe der Bruttogeldvermögen als auch die der Schulden fallen je nach Haushaltsgröße bzw. sozioökonomischen Merkmalen wie Alter und soziale Stellung der Haupteinkommensperson, Höhe des Haushaltseinkommens, Haushaltstyp (Alleinlebende, Familien, Ehepaare ohne Kinder) unterschiedlich aus. Mehr Daten hierzu sind im Statistischen Bericht (O II 2) enthalten.

Geld- und Immobilienvermögen sowie Schulden privater Haushalte 1) in Sachsen und Deutschland am 1. Januar 2018 (in Euro)
Merkmal Sachsen Deutschland
Bruttogeldvermögen 47 100 67 300
Konsumentenkreditrestschulden 9 200 11 200
Ausbildungskreditrestschulden 9 300 9 400
Nettogeldvermögen 42 700 61 800
Verkehrswert 147 200 295 400
Hopothekenrestschulden 78 800 122 300
Bruttogesamtvermögen 109 900 218 500
Gesamtschulden 37 700 67 600
Nettogesamtvermögen 89 100 175 900

      
1) Durchschnittswert je Haushalt mit Angaben zur Höhe der jeweiligen Vermögens- bzw. Schuldenart.
Datenquelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)

Statistischer Bericht zum Thema

»Geld- und Immobilienvermögen sowie Schulden privater Haushalte - Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (O II 2)«

Ausgaben

Ringdiagramm: Struktur der durchschnittlichen monatlichen Konsumausgaben privater Haushalte in Sachsen 2018 nach Ausgabepositionen © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Die größte Ausgabeposition der privaten Haushalte sind die privaten Konsumausgaben. Sie beliefen sich auf durchschnittlich 2 224 Euro pro Monat im Jahr 2018. Mit durchschnittlich 702 Euro im Monat wurde hier am meisten für »Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung« ausgegeben. Bei 324 Euro lagen im Schnitt die Ausgaben für »Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren« und 302 Euro entfielen auf den Bereich »Freizeit, Unterhaltung und Kultur«. Am wenigsten wurde für »Bildung« mit 20 Euro der monatlichen Konsumausgaben aufgewendet.

Eine andere größere Ausgabeposition stellten 2018 die Ausgaben für die Bildung von Geldvermögen mit durchschnittlich 768 Euro pro Monat dar. Wesentlich zu Buche schlugen auch die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben für das Bilden von Sachvermögen (185 Euro), für die Tilgung und Verzinsung von Krediten (169 Euro), sowie Versicherungsbeiträge (118 Euro).

Methodischer Hinweise

Bei EVS und Mikrozensus handelt es sich um zwei eigenständige Erhebungen mit unterschiedlicher Methodik. Die Ausgaben der EVS können nicht dem Haushaltsnettoeinkommen des Mikrozensus gegenübergestellt werden.

Zu den Gesamteinnahmen der EVS, die den Ausgaben gegenüber stehen, zählen das Haushaltsbruttoeinkommen zuzüglich Arbeitgeberzuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung, Zuschüsse der Rentenversicherungsträger zur freiwilligen oder privaten Krankenversicherung, Einnahmen aus dem Verkauf von Waren sowie Einnahmen aus Vermögensumwandlung und Krediten. Sie betrugen 2018 im Durchschnitt 4 512 Euro.

Statistischer Bericht zum Thema

»Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte - Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (O II 3)«

Wohnsituation und Grundvermögen

Balkendiagramm: Wohnsituation privater Haushalte in Sachsen am 1. Januar 1998, 2003, 2008, 2013 und 2018 © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

66,4 Prozent der privaten Haushalte lebten am 1. Januar 2018 in Mietwohnungen und 33,6 Prozent in Wohneigentum. Gegenüber 2008 stieg die Eigentümerquote, d. h. der Anteil der Privathaushalte in selbstgenutztem Wohneigentum, um 1,5 Prozentpunkte, im Vergleich zu 1998 sogar um 6,4 Prozentpunkte. Je mehr Personen zu einem Haushalt gehören, umso höher ist die Eigentümerquote. 2018 betrug sie bei Haushalten mit vier und mehr Personen 54,2 Prozent.

40,3 Prozent der privaten Haushalte verfügten im Januar 2018 über Haus- und Grundbesitz. Von den Haushalten mit Haus- und Grundbesitz, die Angaben zu dessen Art gemacht haben (Mehrfachnennungen möglich), besaßen knapp zwei Drittel (64,2 Prozent) Einfamilienhäuser und 8,2 Prozent Zweifamilienhäuser. 16,6 Prozent der Haushalte besaßen eine Eigentumswohnung. Über sonstige Gebäude (zu denen auch Wochenendhäuser oder Lauben und Datschen in Kleingärten gehören) verfügten 17,2 Prozent und unbebaute Grundstücke befanden sich im Besitz von 8,9 Prozent der Haushalte.

Der sogenannte Verkehrswert des Grundvermögens entspricht dem geschätzten Preis, der im Fall des Verkaufes des Haus- und Grundbesitzes zum Erhebungszeitpunkt unter Berücksichtigung des Kaufpreises, der Wohnlage und Investitionen erzielt werden könnte. Im Durchschnitt aller Haushalte mit Angaben zum Verkehrswert des Grundvermögens betrug dieser 147 200 Euro. Zum Vergleich: der Bundesdurchschnitt lag bei 295 400 Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie im Freistaat Sachsen.

Dieses Säulendiagramm zeigt die Wohnfläche von Mieter- und Eigentümerhaushalten 2018 in Quadratmetern. In Wohneigentum waren die Wohnflächen deutlich größer als bei Mietern und in Einfamilienhäusern größer als in Häusern mit 3 oder mehr Wohnungen. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Die durchschnittliche Wohnfläche in privaten Haushalten lag 2018 bei 80,1 m2. Das waren über 10 m2 weniger im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (93,2 m2).

Die Wohnfläche steigt mit der Zahl der Personen im Haushalt an. 2018 lebten Haushalte mit fünf und mehr Personen auf durchschnittlich 130,2 m2, dagegen Einpersonenhaushalte auf durchschnittlich 61,5 m2. Mieterhaushalte (64,5 m2) hatten im Schnitt rund 42 Prozent weniger Wohnfläche zur Verfügung als Eigentümerhaushalte (110,8 m2). Es zeigt sich, dass größere Haushalte und Eigentümerhaushalte über mehr Wohnfläche als kleinere Haushalte oder Mieterhaushalte verfügen.

2018 wurden die Wohnräume von fast zwei Dritteln der privaten Haushalte über Zentral-, Block-, und Etagenheizungen beheizt. Reichlich ein Drittel der Haushalte wurde per Fernheizung versorgt. Nur knapp 4 Prozent der Haushalte nutzten Einzel- oder Mehrraumöfen zur Beheizung der Wohnräume.

Als Energieträger für Block-, Zentral- und Etagenheizungen sowie Einzel- und/oder Mehrraumöfen spielte Gas die Hauptrolle. Bei etwa zwei Dritteln kam es zum Einsatz. Knapp ein Fünftel der Haushalte nutzte Heizöl. Strom, feste Brennstoffe oder sonstige Energieträger wurden seltener eingesetzt.

Statistischer Bericht zum Thema

»Grundvermögen und Wohnsituation privater Haushalte - Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (O II 6)«

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Ausstattung mit Gebrauchsgütern

Diese Balkengrafik zeigt den Ausstattungsgrad privater Haushalte mit verschiedenen Fahrzeugarten 2008, 2013 und 2018. Es ist u. A. zu sehen, dass etwa drei Viertel der Haushalte mit Personenkraftwagen und Fahrrädern ausgestattet sind. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

2018 besaßen drei Viertel (76,0 Prozent) der privaten Haushalte in Sachsen mindestens einen Pkw. Der Bundesdurchschnitt lag bei 77,4 Prozent. 47,8 Prozent der sächsischen Haushalte verfügten dabei über mindestens einen gebraucht gekauften Pkw. Damit waren Gebrauchtwagen in mehr Haushalten vorhanden als neu gekaufte Pkw (32,3 Prozent). Auch das Fahrrad ist bei den sächsischen Haushalten als Fortbewegungsmittel beliebt. 2018 besaßen drei Viertel (75,3 Prozent) aller Haushalte mindestens ein Fahrrad. Haushalte von Paaren mit Kindern wiesen einen Ausstattungsgrad von 93,7 Prozent auf. In den Ergebnissen zu Fahrrädern enthalten sind die 2018 erstmals erhobenen Pedelecs (Elektrofahrräder). Der Ausstattungsgrad mit diesen Spezialrädern betrug in sächsischen Haushalten 3,8 Prozent (Bundesdurchschnitt 7,0 Prozent).

In dieser Balkengrafik ist der Ausstattungsgrad privater Haushalte mit verschiedenen elektrischen Haushaltsgeräten 2008, 2013 und 2018 dargestellt. Sie zeigt den Anstieg des Ausstattungsgrades mit Mikrowellen, Geschirrspülmaschinen und Wäschetrocknern. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Der Ausstattungsgrad mit elektronischen Haushaltsgeräten wie Mikrowelle, Geschirrspülmaschine und Wäschetrockner ist in den letzten 10 Jahren gestiegen. Dennoch liegt er teilweise deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. So besaßen 2018 z. B. knapp zwei Drittel (66,0 Prozent) der sächsischen Haushalte einen Geschirrspüler, der Bundesdurchschnitt lag bei 71,9 Prozent. Reichlich einem Viertel der sächsischen Haushalte (27,3 Prozent) stand ein Wäschetrockner (auch im Kombigerät) zur Verfügung, im Bundesdurchschnitt war das bei 42,3 Prozent der Fall.

Diese Balkengrafik zeigt den Ausstattungsgrad privater Haushalte mit Gütern der Informations- und Kommunikationstechnik 1998, 2003, 2008, 2013 und 2018 und den steigenden Ausstattungsgrad bei mobilen Telefonen, Personalcomputern und Internetanschluss. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnik spiegeln sich auch bei der Ausstattung der privaten Haushalte wider.

Festnetztelefone gab es 2018 in 81,6 Prozent der sächsischen Haushalte. Damit lag der Ausstattungsgrad unter dem mit Mobiltelefonen in Höhe von 96,7 Prozent. Mindestens ein Smartphone hatten 73,9 Prozent der Haushalte. Die technische Weiterentwicklung von Smartphones oder Tablets vereint zunehmend viele Funktionen bzw. Anwendungsmöglichkeiten in einem Gerät. Man kann z. B. Filme schauen, Musik hören, filmen oder fotografieren. Dies kann der Grund für eine rückläufige Entwicklung der Ausstattung mit Artikeln der Unterhaltungselektronik sein. Das betrifft u. a. den Ausstattungsgrad mit DVD- und Blue-ray-Geräten, MP3-Player, Videokameras oder Fotoapparaten. Detaillierte Zahlen hierzu sind im Statistischen Bericht (O II 1) enthalten.

Auch die Ausstattung der sächsischen Haushalte mit einem Personalcomputer (PC) war mit 88,4 Prozent 2018 höher als der Ausstattungsgrad mit einem Festnetztelefon. Der Bundesdurchschnitt lag im Vergleichszeitraum bei 90,4 Prozent. 75,3 Prozent der sächsischen Haushalte besaßen einen mobilen PC, bundesweit waren es durchschnittlich reichlich acht von zehn Haushalten. Über einen stationären und/oder mobilen Internetanschluss verfügten 90,5 Prozent der sächsischen Haushalte, das sind 2,2 Prozentpunkte weniger als der Bundesdurchschnitt (92,7 Prozent).

Statistischer Bericht zum Thema

»Ausstattungsgrad privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern - Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (O II 1)«

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Internetnutzung

Von den Internetnutzerinnen und -nutzern im Alter ab 10 Jahren surften 2019 mehr als vier Fünftel (87,1 Prozent) jeden Tag oder fast jeden Tag im Netz. Knapp ein Zehntel (9,5 Prozent) waren mindestens einmal in der Woche online. Noch 2011 lag der Anteil derer, die täglich oder fast täglich im Internet unterwegs waren, erst bei reichlich zwei Dritteln. Fast ein Viertel war damals mindestens einmal in der Woche aktiv.

Privat nutzten mehr als vier Fünftel der Onlinerinnen und Onliner das Internet für die Suche nach Informationen zu Waren und Dienstleistungen. Ähnlich hoch war der Anteil beim Senden oder Empfangen von E-Mails. Allerdings kommunizierte die Gruppe der 10- bis 24-Jährigen deutlich häufiger mittels Sofortnachrichtendiensten und Telefonie/Videotelefonie als über E-Mails. Mehr als die Hälfte der Onlinerinnen und Onliner tätigten auch Finanzgeschäfte über Internet- bzw. Online-Banking oder nutzten das Internet für die Telefonie/Videotelefonie.

Internetnutzerinnen und -nutzer 2019 nach ausgewählten Internetaktivitäten1) für private Zwecke und Altersgruppen (in Prozent)
Merkmal Insgesamt 10 bis 24 Jahre 25 bis 54 Jahre 55 Jahre und älter
Senden/Empfangen von E-Mails 87,1 62,6 94,0 87,5
Teilnahme an sozialen Netzwerken im Internet 49,5 69,5 63,0 (24,0)
Nutzung von Sofortnachrichtendiensten (z. B. Skype, WhatsApp) 77,4 89,1 85,3 62,5
Lesen von Online-Nachrichten/-Zeitungen/-Zeitschriften 70,1 (42,4) 76,5 72,3
Suche nach Informationen über Waren und Dienstleistungen 87,3 73,4 92,0 86,5
Suche nach Informationen zu Gesundheitsthemen 63,7 (36,5) 70,4 65,4
Internet-Banking/Online-Banking 55,9 / 68,0 50,4
Telefonieren/Videotelefonate (mit Webcam) 52,8 71,9 52,4 45,9

      
1) Mehrfachnennung möglich.
Datenquelle: Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT)
Zeichenerklärung

Im Blickpunkt: E-Commerce

In dieser Balkengrafik wird der Anteil der Internetnutzer dargestellt, die 2019 die ausgewählten 13 Waren und Dienstleistungen online bestellt bzw. gekauft haben. Es ist u. A. zu sehen, dass die meisten Onlineshopper Kleidung und Sportartikel bestellen. © Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Das Internet wird häufig auch für elektronische Einkäufe und Bestellungen (E-Commerce) genutzt. Acht von zehn Onlinerinnen und Onlinern (80,2 Prozent) hatten 2019 schon einmal Waren oder Dienstleistungen über das Internet gekauft bzw. bestellt.

Besonders häufig wurden 2019, wie bereits in den Vorjahren, Kleidung und Sportartikel geordert. Knapp zwei Drittel der Onlinekäuferinnen und -käufer (65,0 Prozent) kauften bzw. bestellten aus diesem Sortiment. An zweiter Stelle auf den Online-Bestelllisten standen nach wie vor Gebrauchsgüter wie Möbel, Spielzeug oder Geschirr (52,6 Prozent). Tendenziell häufiger erfolgte in den letzten Jahren auch der Onlinebezug von Arzneimitteln und Lebensmitteln bzw. Gütern des täglichen Bedarfs. 2019 nutzten 31,5 Prozent bzw. 27,9 Prozent der Onlinekäuferinnen und -käufern diese Möglichkeit.

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