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Statistisch betrachtet: Seniorinnen und Senioren in Sachsen

Letzte Aktualisierung: 31.03.2021

Durch den demografischen Wandel in Sachsen ist der Anteil der älteren Bevölkerung in den letzten Jahren weiter gestiegen. Damit rückt die Gruppe der Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 und mehr Jahren immer stärker auch in den Fokus von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. 
Das Statistische Landesamt stellt mit dieser Themenseite ausgewählte statistische Ergebnisse zu dieser Altersgruppe in kompakter anschaulicher Weise dar und bietet weiterführende Informationen an. Sie werden mit Vorliegen neuer Daten laufend aktualisiert.

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist 65 Jahre und älter

Die Abbildung zeigt den Lebensbaum der sächsischen Bevölkerung zum 31. Dezember 2019 nach Altersjahren und Geschlecht. Bei den Personen im Alter von 65 und mehr Jahren ist ein deutlicher Frauenüberschuss zu sehen.

26,5 Prozent der Gesamtbevölkerung in Sachsen gehörten 2019 zur »Generation 65+«. Damit gab es mehr als eine Millionen (1 077 562) Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 und mehr Jahren. Frauen waren dabei mit 57,3 Prozent etwas in der Überzahl.

Von 1990 bis 2019 hat sich die Zahl der Seniorinnen und Senioren in Sachsen um knapp 327 000 erhöht. Das entsprach einem Anstieg um 43,5 Prozent. Auch in Zukunft wird die Zahl der Seniorinnen und Senioren weiter ansteigen.

Die Liniengrafik zeigt die Entwicklung der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren nach 3 Altersgruppen 1990 bis 2035. Gegenüber 1990 werden alle Seniorenaltersgruppen zahlenmäßig zunehmen.

In der 7. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung wird für Sachsen eine Einwohnerzahl von 3,81 bis 3,95 Millionen im Jahr 2035 vorausberechnet. Damit wird die Einwohnerzahl im Vergleich zu 2019 nach Variante 1, die von einer größeren Bevölkerungszuwanderung ausgeht, um 127 000 schrumpfen bzw. nach Variante 2 um 257 000.

Das Balkendiagramm zeigt die prozentuale Veränderung der Bevölkerung insgesamt und von 3 Seniorenaltersgruppen 2035 gegenüber 2019 nach 2 Varianten der 7. RBV. Besonders stark wird die Altersgruppe ab 85 Jahren mit rund 30 Prozent zunehmen.

In einem Alter von 65 und mehr Jahren werden sich dann bereits 29,6 bzw. 30,5 Prozent der Bevölkerung befinden. 4,9 bzw. 5,0 Prozent der Bevölkerung werden voraussichtlich 85 Jahre und älter sein.

7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung

Die 7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen bis 2035 wurde in zwei Varianten berechnet, welche die Grenzen für einen Korridor bilden, in dem sich die Einwohnerzahl voraussichtlich entwickeln wird. Einen Überblick zu den getroffenen Annahmen finden Sie unter dem nachfolgendem Link.

Alle Ergebnisse der 7. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung

Private Haushalte

Dieses Diagramm zeigt die Verteilung der Bevölkerung in Privathaushalten 2019 nach Altersgruppen und Haushaltsgröße.

Die große Mehrheit der Bevölkerung im Seniorenalter lebte 2019 in ihren eigenen privaten Haushalten. Nur 4 Prozent der Seniorinnen und Senioren lebten in Alten- und Pflegeheimen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen. Im Alter ab 75 Jahren war das allerdings bei etwa 6 Prozent der Fall. Bei den ab 85-Jährigen gehörte fast ein Fünftel (16 Prozent) zu den Heimbewohnern. In der Mehrzahl waren dies Frauen.

Seniorinnen und Senioren bewohnten im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung eher kleine Haushalte. Die Mehrheit der Bevölkerung ab 65 Jahren in privaten Haushalten lebte in Zweipersonenhaushalten (62 Prozent). Reichlich ein Drittel (34 Prozent) führte einen Single-Haushalt. Nur sehr wenige (4 Prozent) wohnten in Haushalten mit drei und mehr Personen, zumeist mit Familienangehörigen in sogenannten Mehrgenerationenhaushalten.

Dieses Diagramm zeigt den Anteil alleinlebender Männer und Frauen 2019 nach Altersgruppen

Die höhere Lebenserwartung von Frauen führt u. a. dazu, dass Seniorinnen häufiger in Einpersonenhaushalten lebten als Senioren. So steigt insbesondere bei den Frauen der Anteil der Alleinlebenden mit zunehmendem Alter an. Waren es 2019 bei den 65- bis unter 75-jährigen Frauen knapp ein Drittel (31 Prozent), betraf es von den ab 85-Jährigen reichlich drei Viertel (78 Prozent). 

Seit 2000 hat sich das Geschlechterverhältnis bei den Alleinlebenden im Alter von 65 und mehr Jahren deutlich verschoben. Während damals noch in 85 Prozent der Einpersonenhaushalte Frauen lebten, sank der Anteil bis 2019 auf 74 Prozent. Im Gegenzug erhöhte sich der Anteil der Männer von 15 Prozent auf 26 Prozent.

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Erwerbstätigkeit

Dieses Diagramm zeigt die Erwerbstätigenquote der 65- bis unter 70-Jährigen 2000, 2005 und  2010 bis 2019 nach Geschlecht

Rund 15 Prozent der Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 bis unter 70 Jahren gingen 2019 einer Erwerbstätigkeit nach. Im Jahr 2000 waren es etwa 3 Prozent und 2010 rund 6 Prozent. Seitdem hat sich die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe auch nach dem Wirksamwerden verschiedener gesetzlicher Regelungen zum Renteneintritt mehr als verdoppelt. Männer wiesen gegenüber den Frauen eine höhere Erwerbstätigenquote auf. Beteiligten sich 2019 bei ihnen etwa 18 von 100 am Erwerbsleben, waren es bei den Frauen 12. 

Erwerbstätige im Alter von 65 bis unter 70 Jahren arbeiteten öfter in Teilzeit als Jüngere. Waren von ihnen 2019 etwa 71 Prozent in Teilzeit bis maximal 36 Wochenstunden tätig, traf das bei den Jüngeren nur für rund ein Viertel (26 Prozent) zu.

Renteneintrittsalter, Lebensunterhalt und Vermögen

Dieses Diagramm zeigt die Rentenzugänge von Rente wegen Alters nach SGB VI 2000, 2005, 2010, 2015  und 2019 nach Zahlungen mit und ohne Rentenabschläge sowie Gebietsständen

Das durchschnittliche Alter bei Eintritt in die Altersrente ist von 2000 bis 2019 bei Männern von 61,1 auf 63,8 Jahre und bei Frauen von 60,5 auf 63,6 Jahre gestiegen. Knapp 30 Prozent der Rentenbezieher nahmen dabei einen Rentenabschlag in Kauf. Auch die durchschnittliche Lebenserwartung der 65-Jährigen hat sich erhöht und stieg laut der entsprechenden Sterbetafeln bis 2019 für Männer um 2,6 auf 82,9 Jahre und für Frauen um 2,7 auf 86,6 Jahre.

Für den Großteil (97 Prozent) der Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 und mehr Jahren waren 2019 Renten und Pensionen die wesentlichsten Quellen für den überwiegenden Lebensunterhalt. Für knapp 2 Prozent (17 900 Personen) bildete allerdings die eigene Erwerbstätigkeit die wichtigste Quelle für das Bestreiten des Lebensunterhalts. Zum Lebensunterhalt tragen aber auch noch andere Einkommensquellen bei. Besonders für Seniorinnen hat die Witwenrente eine beachtliche Bedeutung. Mehr als jede dritte Seniorin (36 Prozent) aber nur 12 Prozent der Senioren bekamen 2019 eine Hinterbliebenenrente.

Dieses Diagramm zeigt ausgewählte Geldvermögensbestände von Seniorenhaushalten und  privaten Haushalten insgesamt 2018

Bei den Vermögensanlagen setzen die meisten Seniorenhaushalte (Haupteinkommensperson ist 65 Jahre und älter) auf traditionelle Sparbücher. Mehr als jeder zweite von ihnen (53 Prozent) legte 2018 Geld in Form von Sparguthaben an. 

45 Prozent der Haushalte konnten auf Tagesgeldguthaben zurückgreifen. Auf Bausparguthaben (39 Prozent) oder Lebensversicherungen u. Ä. (34 Prozent) zur finanziellen Vorsorge vertraute mehr als jeder dritte Seniorenhaushalt. In Wertpapiere, überwiegend Investmentfonds, investierte knapp jeder dritte Seniorenhaushalt (30 Prozent). 

Das durchschnittliche Bruttogeldvermögen der Seniorenhaushalte (mit Angaben zur Höhe der jeweiligen Art des Bruttovermögens) lag 2018 insgesamt bei 50 000 Euro. Je nach genutzten Anlageformen unterscheiden sich die durchschnittlichen Guthaben deutlich.

Wohnfläche und Ausstattung von Seniorenhaushalten

Dieses Diagramm zeigt den Ausstattungsgrad von Seniorenhaushalten mit ausgewählten  Gebrauchsgütern in Sachsen 2008, 2013 und 2018

Seniorenhaushalte wohnten 2018 überwiegend zur Miete, reichlich ein Drittel (34 Prozent) lebte in Wohneigentum. 

Durchschnittlich stand ihnen eine Wohnfläche von 76,7 m² je Haushalt zur Verfügung. Seniorinnen und Senioren in Wohneigentum verfügten mit 102,7 m² über deutlich mehr Wohnfläche als jene in Mietwohnungen (63,0 m²). Wird die Haushaltsgröße betrachtet, standen Seniorinnen und Senioren in Einpersonenhaushalten im Durchschnitt 63,5 m² Wohnfläche und in Zweipersonenhaushalten 86,9 m² zur Verfügung. 

Drei Viertel der Seniorenhaushalte verfügten über PC- und Internetanschluss, reichlich ein Drittel (35 Prozent) nutzte sogar einen mobilen Internetanschluss. Mit mindestens einem Smartphone war fast die Hälfte (46 Prozent) der Seniorenhaushalte ausgestattet. 41 Prozent besaßen neu gekaufte Pkws, deutlich mehr als im Durchschnitt aller Haushalte (32 Prozent). Navigationsgeräte waren in 44 Prozent der Seniorenhaushalte vorhanden. 

Gesundheit

Die Hälfte (49,8 Prozent) der 980 017 sächsische Patientinnen und Patienten, die im Jahr 2019 in Krankenhäusern stationär behandelt wurden (Mehrfachzählungen möglich; einschließlich Stunden- und Sterbefälle), befanden sich im Alter von 65 und mehr Jahren. Davon waren 51,5 Prozent Frauen. Die durchschnittliche Verweildauer je Krankenhausaufenthalt betrug bei den Senioren 8,3 Tage und war damit höher als in allen anderen Altersgruppen. Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Vorhofflimmern und ‑flattern, Hirninfarkt, Fraktur des Femurs (Oberschenkelknochen) sowie Pneumonie (Erreger nicht näher bezeichnet) waren 2019 bei den sächsischen Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren die fünf häufigsten Behandlungsanlässe.

Dieses Diagramm zeigt  die Anzahl der durchgeführten Operationen 2019 an vollstationären Patientinnen und Patienten im Alter ab 65 Jahren mit Wohnort in Sachsen in Krankenhäusern nach Geschlecht

Fast jede zweite (49 Prozent) von allen an sächsischen Patientinnen und Patienten vollstationär durchgeführten Operationen 2019 erfolgte an Patientinnen und Patienten der Altersgruppe ab 65 Jahren. Insgesamt waren das 364 983 Operationen. Davon wurden 184 028 bei Männern und 180 955 bei Frauen durchgeführt. Reichlich ein Viertel der Eingriffe waren »Operationen an den Bewegungsorganen« (102 326). Am häufigsten erfolgten diese zur Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk (10 043) und am Kniegelenk (7 459). Ein Fünftel aller Operationen erfolgte am »Verdauungstrakt« (74 389), häufig an Darm und Galle. Hinsichtlich der durch Operationen betroffenen Bereiche gab es deutliche Unterschiede zwischen den Seniorinnen und Senioren, wie die Abbildung auf der rechten Seite zeigt.

Verunglückte bei Straßenverkehrsunfällen

16 Prozent (2 678 Personen) der bei Straßenverkehrsunfällen verunglückten Personen im Jahr 2019 waren Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 und mehr Jahren. Gegenüber dem Vorjahr mit 2 907 verunglückten Personen dieser Altersgruppe war das ein deutlicher Rückgang. Bei den Verunglückten im Seniorenalter waren 2019 etwas weniger Frauen (1 320) als Männer (1 358) betroffen.

Mit zwei Dritteln (66 Prozent) verletzte sich die Mehrheit der Seniorinnen und Senioren nur leicht. Zu tödlichen Verletzungen bei Straßenverkehrsunfällen kam es bei 52 Personen. Das waren rund zwei Prozent der verunglückten Seniorinnen und Senioren aber 33 Prozent aller bei Verkehrsunfällen auf sächsischen Straßen getöteten Personen. 

Die Mehrzahl der tödlich Verunglückten der über 65-Jährigen waren Männer. Sowohl Männer (14) als auch Frauen (10) erlitten tödliche Verletzungen am häufigsten beim Fahren oder Mitfahrern im Pkw. Männer zogen sich auch als Fahrrad- oder Pedelecfahrer (10) tödliche Verletzungen zu, Frauen hingegen nicht. Dagegen verunfallten Seniorinnen als Fußgängerinnen (9) etwas häufiger tödlich (Senioren: 6).

Verunglückte im Seniorenalter bei Straßenverkehrsunfällen 2019 nach Art der Verkehrsbeteiligung und Verletzungsschwere

Verletzungs-
schwere
Fahrer/-in und Mitfahrer/-in in Pkw Fahrer/-in und  Mitfahrer/-in auf Krafträdern mit amtl. Kennz.1) Fahrradfahrer/in2) Fußgänger/-in3)
Getötete 24 - 10 15
Schwerverletzte 424 27 199 159
Leichtverletzte 966 42 399 207
Insgesamt 1 414  69  608  381

      
1) Einschließlich drei- und schweren vierrädrigen Kraftfahrzeugen
2) Einschließlich Pedelecs
3) Einschließlich Fußgänger/-in mit Sport- oder Spielgeräten
Datenquelle: Straßenverkehrsunfallstatistik

Pflegebedürftigkeit

Dieses Diagramm zeigt die Höhe der Pflegequoten der Senioren in Sachsen im Dezember 2019 nach Geschlecht

2019 waren 83 Prozent aller Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter. 1999 lag deren Anteil rund 2 Prozentpunkte niedriger. Reichlich zwei Drittel (67 Prozent) der 207 741 Pflegebedürftigen im Seniorenalter waren Frauen.

Der Anteil der in Pflegeeinrichtungen dauerhaft vollstationär Betreuten insgesamt hat in den letzten Jahren leicht abgenommen. Dennoch waren im Seniorenalter ab 65 Jahren knapp ein Viertel der Pflegebedürftigen (23 Prozent) dauerhaft in einer stationären Pflegeeinrichtung untergebracht. In der Altersgruppe der ab 85-jährigen Pflegebedürftigen wurden 29 Prozent dauerhaft vollstationär gepflegt, 31 Prozent der weiblichen und 22 Prozent der männlichen Pflegebedürftigen. Der Frauenanteil der Pflegebedürftigen dieser Altersgruppe lag bei 75 Prozent und betrug bei der vollstationären Dauerpflege sogar 81 Prozent.

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